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Politik Trump kündigt Luftangriff auf Syrien an
Nachrichten Politik Trump kündigt Luftangriff auf Syrien an
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19:08 11.04.2018
US-Präsident Donald Trump. Quelle: imago
Washington

US-Präsident Donald Trump hat via Twitter Raketenangriffe auf Syrien angekündigt. Russland habe zwar erklärt, alle Raketen abzuschießen, die auf Syrien abgefeuert würden, schrieb Trump am Mittwoch. Doch die Geschosse würden kommen. Sie seien „schön und neu und „schlau““. Russland solle sich bereit machen.

Die USA haben Syriens Präsident Baschar al-Assad für einen vermuteten Giftgasangriff in der von Rebellen kontrollierten Stadt Duma bei Damaskus verantwortlich gemacht und Vergeltungsangriffe nicht ausgeschlossen. Russland als wichtigster Verbündeter Assads warnte vor einem solchen Schritt und versicherte, ein Giftgasangriff habe gar nicht stattgefunden. Trump dagegen nannte Assad ein „mit Gas tötendes Tier, dass sein Volk tötet und sich daran erfreut“.

Die syrische Regierung bezeichnete Trumps Twitter-Drohung als rücksichtslose Gefährdung des internationalen Friedens und der Sicherheit.

Trump nannte keine Details des angekündigten Angriffs und teilte nicht mit, ob es sich um amerikanische Raketen handeln werde. Vertreter der US-Regierung sprachen mit internationalen Verbündeten über eine mögliche gemeinsame Reaktion auf den vermuteten Giftgasangriff. Trump hat wegen der Krise eine Auslandsreise abgesagt.

Russische Politiker haben die USA gewarnt, dass ein US-Luftangriff auf Syrien in Moskau als Kriegsverbrechen betrachtet werden würde und eine direkte militärische Konfrontation der beiden Kontrahenten des Kalten Kriegs auslösen könnte. Der russische Botschafter im Libanon, Alexander Sasypkin, sagte, jegliche auf Syrien abgefeuerten Raketen würden abgeschossen und die Abschussstellen würden ins Visier genommen.

Jürgen Trittin kritisiert Trump scharf

Grünen-Außenpolitiker Jürgen Trittin hat die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump für einen Militärschlag in Syrien scharf kritisiert. „Es ist unverantwortlich über Twitter Russland den Krieg zu erklären, während die Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen zur Aufklärung anreist“, sagte Trittin dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. „Erst schießen, dann untersuchen – das kennen wir von George W. Bush. Das hat wenig mit Syrien, aber viel mit dem innenpolitischen Druck auf Trump hier in Washington zu tun“, sagte Trittin, der sich am Mittwoch zu politischen Gesprächen in Washington aufhielt.

Trump hatte in einem Tweet Russland vor US-Beschuss in Syrien gewarnt. „Halte dich bereit, Russland“, so Trump.

Russland reagiert sarkastisch auf Trump-Äußerungen

Das russische Außenministerium antwortete auf Trump, dass „schlaue“ Raketen Belege für einen Chemiewaffenangriff zerstören würden. Die Sprecherin Maria Sacharowa warf auf Facebook die Frage auf, ob „mit den schlauen Raketen die Spuren einer Provokation unter den Teppich gekehrt werden“ sollten.

Bei dem vermuteten Giftgasangriff auf Duma waren am Wochenende nach Angaben von Aktivisten und Rettungskräften mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen. Auch die syrische Regierung hat bestritten, dass ein solcher Angriff stattgefunden hat.

Vor Trumps Tweet hatte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow gesagt, Russland hoffe, dass alle Konfliktparteien Schritte unterlassen würden, „die die fragile Situation in der Region ernstlich destabilisieren könnten“.

Dem Muskelspiel folgen die sanfteren Töne

Trump schickte seiner Raketendrohung einen weiteren Tweet hinterher: „Unsere Beziehung zu Russland ist schlechter als sie je war, inklusive des Kalten Kriegs“, schrieb er, und schlug dann einen versöhnlicheren Ton an: „Dafür gibt es keinen Grund. Russland braucht uns, um ihrer Wirtschaft zu helfen, etwas, das leicht getan werden könnte, und wir brauchen alle Nationen, um zusammenzuarbeiten. Den Rüstungswettlauf stoppen?“ twitterte er.

Unterdessen hat der türkische Ministerpräsident Russland und die USA angesichts gegenseitiger Drohungen im Syrienkrieg dazu aufgerufen, den „Straßenkampf“ zu beenden. „Was tun sie? Sie drohen einander, indem sie Tweets posten“, sagte Binali Yildirim nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch in Istanbul. Jeder gebe vor, die besseren Raketen zu haben. „Das ist ein Straßenkampf. Sie streiten wie Straßenflegel“, sagte Yildirim.

Trumps Drohungen treiben den Dax ins Minus

Die Androhung eines Militärschlags in Syrien durch US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch die Anleger am deutschen Aktienmarkt verschreckt. Der Dax weitete seine Verluste aus und büßte am Nachmittag 1,00 Prozent auf 12 273,83 Punkte ein. Vor diesem Hintergrund fanden die US-Inflationsdaten für März nur wenig Beachtung. Die Kernrate stieg wie erwartet, was die Zinserhöhungspläne der US-Notenbank stützt.

Von RND/AP

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