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Politik Trump kontert Kritik von US-Republikaner Ryan
Nachrichten Politik Trump kontert Kritik von US-Republikaner Ryan
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07:49 11.10.2016
Der mächtige Vorsitzende des US- Repräsentantenhauses, Paul Ryan (re.), hat offensichtlich endgültig die Geduld mit Donald Trump verloren.  Quelle: dpa/afp
Washington

 Für die US-Republikaner werden die Präsidentschaftswahlen im nächsten Monat zur Zerreißprobe. Nach mehreren Krisensitzungen stellte sich die Führung der „Grand Old Party“ (GOP) am Montagabend zwar hinter ihren Spitzenkandidaten Donald Trump. Doch einflussreiche Konservative wie Paul Ryan halten das Verhältnis zu dem „Front Runner“ für zerrüttet.

Der Sprecher des Repräsentantenhauses sieht sich als Wortführer mehrerer Abgeordneter, als er unmissverständlich klarstellt: „Unseren Kandidaten für die Präsidentschaftswahl kann ich nicht länger verteidigen. Ich konzentriere mich jetzt auf die Kongresswahl.“

Trump rutscht in Umfragen deutlich ab

Der ungewöhnliche Auftritt des 46-Jährigen kommt nicht von ungefähr: Unter seinen Kollegen in der GOP wächst die Sorge, die Mehrheit im Kongress zu verlieren. Während der Machtverlust im Senat von einigen Beobachtern bereits als unvermeidlich beschrieben wird, wollen die Republikaner zumindest ihre Bastion im Repräsentantenhaus verteidigen: „Wenn die Demokraten beide Parlamentskammern gewinnen, würde Hillary Clinton einen Blankoscheck in den Händen halten“, so Ryan.

Mehrere republikanische Senatoren müssen um ihre Wiederwahl bangen, darunter Ex-Präsidentschaftskandidat John McCain. Die zweite Kammer des Kongresses wählt mit der Präsidentenwahl am 8. November 34 Sitze neu, die für sechs Jahre besetzt werden

Parteichef Reince Priebus hält dennoch dagegen. Nach einer Telefonkonferenz mit den republikanischen Abgeordneten stellt Priebus fest: „Wir stehen mehrheitlich hinter unserem Kandidaten.“ Nichts habe sich an der Unterstützung für Trump geändert. Die schwierige Phase im Wahlkampf lasse sich nur gemeinsam überwinden.

Tatsächlich sorgen die jüngsten Umfragen für erhebliche Unruhe: So verliert Trump nach der Veröffentlichung des Videos aus dem Jahr 2005, in dem er mit sexuellen Zudringlichkeiten gegenüber Frauen prahlt, deutlich an Boden. Clinton liegt bei 46 Prozent, Trump rutscht auf 35 Prozent ab.

Vor allem in den hart umkämpften Bundesstaaten, den sogenannten Swing States, liegt die frühere First Lady deutlich in Führung. Außerdem sagen 49 Prozent der Befragten, sie wünschen sich die Kontrolle der Demokraten über den Kongress, nur 42 Prozent plädieren für die Republikaner. Einige Konservative versuchen sich damit zu beruhigen, dass die Erhebungen des Senders NBC und der Zeitung „Wall Street Journal“ noch vor dem TV-Duell stattfanden.

Rückzug kommt für den Kandidaten nicht in Frage

Von diesen Zahlen lässt sich Trump allerdings wenig beeindrucken. Mit scharfer Kritik reagiert der 70-Jährige auf die Absetzbewegungen von Ryan. Per Twitter lässt er wissen: „Ryan sollte mehr Zeit mit einem ausgeglichen Haushalt, Arbeitsplätzen und illegaler Einwanderung verbringen und sie nicht damit verschwenden, den republikanischen Kandidaten zu bekämpfen.“

Dass Trump keineswegs über einen Rückzug nachdenkt, demonstriert er auch am Montag. Bei seinem ersten Wahlkampfauftritt nach der TV-Debatte versicherte der Multimilliardär seinen Anhängern in Ambridge im Bundesstaat Pennsylvania: „Ich kämpfe für euch. Die Wahl um das Weiße Haus werde ich gewinnen.“

Von Stefan Koch

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