Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Politik Trump holt sich Kritiker ins Weiße Haus
Nachrichten Politik Trump holt sich Kritiker ins Weiße Haus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:53 21.02.2017
Herbert Raymond McMaster (l.) ist von Donald Trump (r.) zum Nationalen Sicherheitsberater ernannt worden. Quelle: AP
Anzeige
Palm Beach/Washington

Donald Trump hat nach dem Abgang von Michael Flynn den 54-jährigen General Herbert Raymond McMaster zum neuen Nationalen Sicherheitsberater der Vereinigten Staaten ernannt. Der US-Präsident bezeichnet ihn als „einen Mann mit enormem Talent und Erfahrung.“ McMaster gilt als exzellenter Stratege und Intellektueller, der sich nicht davor scheut, Kritik in den eigenen Reihen zu üben.

Demokraten und Republikaner befürworten Personalie

Dafür genießt der hochrangige Offizier Respekt. Der kommt sowohl von Seiten der Republikaner als auch aus den Reihen der Demokraten. Andrew Exum, unter Barack Obama Experte für Nahost-Politik im Verteidigungsministerium, begrüßte die Entscheidung. „Er ist einer der talentiertesten Männer, die ich kenne. Ein großartiger Offizier und Denker“, twitterte Exum. Der republikanische Senator John McCain, ein heftiger Kritiker Trumps, stellte sich ebenfalls hinter die Ernennung von McMaster. Er sei eine hervorragende Wahl für die Position des Nationalen Sicherheitsberaters. „Ich kann mir kein besseres und fähigeres Team für die nationale Sicherheit vorstellen als das, was wir jetzt haben“, so McCain.

McMaster als Militärstratege und Regierungskritiker

Die Vorschusslorbeeren gehen unter anderem auf McMasters militärische Leistungen zurück. Im Zweiten Golfkrieg gewann er 1991 ohne Verluste in den eigenen Reihen den „Battle of 73 Easting“ gegen ein Elite-Panzerbataillon Saddam Husseins. Im Irak glänzte er 2005 durch diplomatisches Geschick, setzte auf den respektvollen Umgang mit den Einheimischen und kooperierte mit lokalen Behörden.

Die Rückkehr aus Kuwait war für McMaster gleichzeitig eine Rückkehr an die Universität, wo er anschließend seine Doktorarbeit in Geschichte schrieb. Seine 1997 veröffentlichte Dissertation mit dem Titel „Dereclition of Duty“ (Pflichtvernachlässigung) befasst sich mit der Rolle des US-Militärs im Ausbruch des Vietnamkrieges und übte scharfe Kritik an Offizieren sowie Stabschefs.

Das US-Magazin „Time“ platzierte McMaster aufgrund seiner Leistungen vor drei Jahren auf der Liste der 100 einflussreichsten Menschen des Jahres 2014.

Aufbruch in unruhige Gewässer

Welchen Einfluss der neue Nationale Sicherheitsberater auf Präsident Trump haben wird, muss sich noch zeigen. Fest steht, dass er mit seiner neuen Position in unruhige Gewässer aufbricht. Erst kürzlich rollte nach Michael Flynn der nächste Kopf im Sicherheitsrat. Craig Deare, zuständig für die westliche Hemisphäre, musste gehen. Zuvor soll er sich darüber beschwert haben, dass Chefstratege Steve Bannon und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner ohne den Rat seines Ressorts vorgehen. Das zeigt, wie schwer der US-Präsident und sein engster Kreis mit Gegenwind umgehen können oder wollen. Das gilt es für McMaster zu überwinden.

Die Personalie wirft zudem ein Licht auf Donald Trumps Vorliebe für militärische Führungspersönlichkeiten. Sowohl an der Spitze des Verteidigungsministeriums (James Mattis) als auch im Chefsessel des Heimatschutzministeriums (John Kelly) hat der Präsident ehemalige Generäle positioniert. McMaster will jedoch im aktiven Dienst verbleiben.

Von RND/ap

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der 21-jährige israelische Soldat Elor Azaria muss für 18 Monate ins Gefängnis. Das entschied ein Militärgericht in Tel Aviv. Azaria hatte einen am Boden liegenden palästinensischen Terroristen erschossen.

21.02.2017
Politik „Unglaublicher Sicherheitsgewinn“ - De Maizière wirbt für Ein- und Ausreiseregister

Auf dem Europäischen Polizeikongress wirbt Thomas de Maizière für das geplante Ein- und Ausreiseregisters. Der Innenminister spricht von einem „unglaublichen Sicherheitsgewinn“ und mahnt vor einer Strategiedebatte in der europäischen Sicherheits- und Flüchtlingspolitik.

21.02.2017

Nächster Erfolg für die irakische Armee gegen den IS: Im Westen von Mossul haben die Truppen den strategisch wichtigen Flughafen erreicht. Die Islamisten wurden zudem von einer strategisch wichtigen Punkt vertrieben.

21.02.2017
Anzeige