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Politik Trump für Friedensnobelpreis nominiert
Nachrichten Politik Trump für Friedensnobelpreis nominiert
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17:50 01.02.2018
US-Präsident Donald Trump ist zum dritten Mal für den Friedensnobelpreis nominiert. Quelle: imago stock&people
Oslo

US-Präsident Donald Trump ist zum dritten Mal in Folge für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen worden. „Ich kann bestätigen, dass Trump nominiert ist“, sagte der Direktor des Osloer Friedensforschungsinstituts, Henrik Urdal, der Online-Zeitung „Nettavisen“. Die Begründung sei die gleiche wie im Vorjahr: sein Grundsatz „Frieden durch Stärke“. Wer ihn vorgeschlagen habe, sei vertraulich.

Zum ersten Mal war Trump 2016 noch als Präsidentschaftskandidat in die Auswahl für den renommierten Preis gekommen.

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Für den Friedensnobelpreis nominiert werden kann jeder, nominieren darf aber nur ein begrenzter Kreis. Dazu gehören etwa Mitglieder von Regierungen, Universitätsprofessoren, Friedensforscher und frühere Friedensnobelpreisträger. Ihre Vorschläge können sie jeweils bis zum 31. Januar einreichen.

Endgültig steht die Liste allerdings noch nicht: Die fünf Mitglieder des Nobelkomitees können bis Ende Februar noch Nominierungen abgeben.

Seit Gorbatschow kein Russe mehr mit Friedensnobelpreis ausgezeichnet

Unter den diesjährigen Vorschlägen ist nach Informationen der Nachrichtenagentur NTB auch die regierungskritische russische Zeitung „Nowaja Gaseta“. Er habe sie gemeinsam mit Menschenrechtsanwälten und -aktivisten nominiert, sagte ein Politiker der sozialistischen Linkspartei der Agentur. Es sei höchste Zeit, dass russische Aktivisten gewürdigt würden. Seit Ex-Staatschef Michail Gorbatschow 1990 hat kein Russe mehr den Friedensnobelpreis bekommen.

Bisher bekannte Vorschläge sind auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg, Whistleblower Edward Snowden, das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR), der kongolesische Arzt Denis Mukwege und die kurdischen Peschmerga, die im Irak gegen den Islamischen Staat kämpfen.

Im vergangenen Jahr wurde die Internationale Kampagne für die Abschaffung von Atomwaffen (Ican) mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Sie wurde aus einer Vorschlagsliste mit 215 Personen und 103 Organisationen ausgewählt. Diese Liste wird eigentlich 50 Jahre lang geheim gehalten. Wer einen Kandidaten nominiert, darf das aber öffentlich sagen.

Theodore Roosevelt, Woodrow Wilson, Jimmy Carter und Barack Obama

Die USA stellen mit 21 ausgezeichneten Personen die meisten Titelträger des Friedensnobelpreises. Unter ihnen sind bislang vier US-Präsidenten.

Theodore Roosevelt gewann den Preis 1906 als Vermittler beim Friedensvertrag zwischen Japan und Russland 1905.

Dreizehn Jahre nach Roosevelt bekam US-Präsident Woodrow Wilson den Friedenspreis in Oslo verliehen. Man begründete die Auszeichnung mit seinen Vermittlungsbemühungen zur Beendigung des Ersten Weltkriegs – obwohl er 1917 mit den bis dato neutralen Vereinigten Staaten in den ersten Weltkrieg mit einstieg. Auch innenpolitisch machte sich Wilson nicht für die Völkerverständigung stark. Er untermauerte die Überlegenheit der Weißen, verteidigte die Sklaverei.

2002 reihte sich Jimmy Carter in die Liste der Friedensnobelpreisträger ein – lange Zeit nach seiner Präsidentschaft (1977-1981). Das Nobelpreiskomitee ehrte Carter „für seine jahrelangen Beiträge zur Lösung internationaler Konflikte sowie zur Förderung von Demokratie und Menschenrechten“.

Überraschend erhielt Barack Obama 2009 den Friedensnobelpreis. Noch im Jahr seines Amtsantritts zeichnete das Komitee Obama „für seine außergewöhnlichen Bemühungen, die internationale Diplomatie und die Zusammenarbeit zwischen den Völkern zu stärken“ aus. Unter Kritikern galt die Auszeichnung Obamas als verfrüht. Er selbst bezeichnete sie als Ansporn, seine begonnenen Abrüstungs- und Versöhnungsvorhaben fortzuführen.

Der damalige US-Präsident Barack Obama bei der Verleihung des Friedensnobelpreises im Dezember 2009 in Oslo. Quelle: dpadpa

Von RND/dpa