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Politik Trump-Interview: Das sind die wichtigsten Thesen
Nachrichten Politik Trump-Interview: Das sind die wichtigsten Thesen
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11:49 16.01.2017
Der künftige US-Präsident Donald Trump hat mit seinen Aussagen zur Nato für Wirbel gesorgt. Quelle: AP
Hannover

In einem Interview mit der „Bild“-Zeitung und der Londoner „Times“ hat der künftige US-Präsident Donald Trump über zentrale Themen seiner Präsidentschaft gesprochen. Ein Überblick:

Über den Brexit

„Ich glaube, der Brexit wird sich letztlich als eine großartige Sache herausstellen“, ist sich Trump sicher. Er will sich zeitnah mit Großbritanniens Premierministerin Theresa May treffen, um ein Handelsabkommen zwischen den USA und dem Vereinigten Königreich zu vereinbaren. „Wir werden sehr hart daran arbeiten, das schnell und vernünftig hinzubekommen – gut für beide Seiten.“

Trump ist sich sicher, dass weitere Länder aus der Europäischen Union austreten werden. Letztlich hält Trump die sei die Europäische Union „ein Mittel zum Zweck“ für Deutschland. Wie deutsche Politiker und Unternehmer auf diese und andere Aussagen Trumps reagieren, lesen Sie hier.

Über die Flüchtlingspolitik

„Einer meiner ersten Erlasse wird sich um die Sicherung unserer Grenzen drehen“, versichert Trump. Geplant ist unter anderem der Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko. Außerdem will Trump Muslime davon abhalten, in die USA einzureisen. „Es wird extreme Sicherheitsüberprüfungen geben“, kündigt Trump an. Möglicherweise werde es auch für Europäer Einreisebeschränkungen geben. Details nannte Trump dazu aber nicht.

Über Kanzlerin Merkel

Grundsätzlich hat Trump „großen Respekt“ vor Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): „Ich würde sagen, Merkel ist mit Abstand einer der wichtigsten Regierungschefs.“ Allerdings kritisiert er ihre Flüchtlingspolitik: „Sie hat einen äußerst katastrophalen Fehler gemacht, und zwar, all diese Illegalen ins Land zu lassen. Ausgerechnet Deutschland, dabei war Deutschland bei Einreisebestimmungen eines der strengsten Länder der Welt.“

Über die Terrormilz „Islamischer Staat“

Wie er gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ vorgehen will, sagt Trump im Interview nicht. „Das werde ich jetzt nicht sagen, ich will nicht so sein wie Obama oder andere.“ Der Konflikt um die irakische Stadt Mossul sei zum Desaster geworden, weil zu viel darüber geredet worden sei. Das will Trump vermeiden. Der IS hat die zweitgrößte Stadt des Landes seit gut zwei Jahren im Griff.

„Aleppo ist in einer so furchtbaren humanitären Lage“, fasst Trump zusammen. Die Stadt im Norden Syriens stand wochenlang unter schwerem Beschuss. Auch Russland hat sich an Luftangriffen gegen die Rebellen beteiligt. Trump hält das Eingreifen für falsch: „Das ist eine sehr üble Sache, sehr schlimm.“

Über die Nato

Trump hält die Nato für obsolet, „weil sie sich nicht um den Terrorismus gekümmert hat“. Das habe sich inzwischen geändert. „Das ist gut.“ Unfair findet Trump, dass die 28 Mitgliedsstaaten nicht das zahlten, was sie zahlen müssten – aber dennoch Schutz verlangen. Abgesehen davon sei ihm die Nato aber sehr wichtig, betont Trump.

Auch Europa ist in Sicherheitsfragen von den Vereinigten Staaten abhängig. Auf die Frage, ob er die Sanktionen der Europäer gegen Russland unterstütze, antwortet er: „Zum einen finde ich, dass es deutlich weniger Nuklearwaffen geben sollte und sie erheblich reduziert werden müssten.“ Ob die Sanktionen etwas bewirken, lässt Trump offen.

Über sein Verhältnis zu Israel

Auch über das Iran-Abkommen machte Trump keine konkreten Angaben. Es sei eines der schlechtesten Abkommen, die je getroffen worden sind, wetterte der künftige US-Präsident. Auch zu Gerüchten, die amerikanische Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen, schwieg Trump.

Über Strafzölle für Autobauer und Freihandel

Unternehmen, die ihre Produktion nach Mexiko verlagern wollen, droht Trump mit sehr hohen Grenzzöllen. Betroffen sind davon auch deutsche Autobauer – beispielsweise BMW. „Aber es wird zu gar keiner Besteuerung kommen, denn sie werden erst gar nicht wegziehen“, ist sich Trump sicher. Im Interview betont Trump immer wieder, dass er grundsätzlich ein großer Befürworter des Freihandels sei: „Aber es muss ein kluger Handel sein, damit ich ihn fair nenne.“

Über Fake News

Russische Geheimdienste sollen kompromittierendes Material über Trump gesammelt haben – das zumindest behauptete ein ehemaliger britischer Geheimdienstmitarbeiter. Trump bezeichnete die Berichte als „politische Hexenjagd“. Trump vermutet, dass Nachrichtendienste oder Demokraten hinter den „Fake News“ stecken.

Über Twitter

Mit seinen Aussagen beim Kurznachrichtendienst Twitter sorgt Trump regelmäßig für Schlagzeilen. Auch nach seiner Vereidigung will er seinen Account weiter nutzen. „Ich dachte, ich würde es zurückschrauben, aber die Presse berichtet so unehrlich über mich – so unehrlich –, dass ich mich über Twitter äußere.“ Den offiziellen Account des amerikanischen Präsidenten wolle er nicht übernehmen.

Von RND/are

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