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Politik Trittin wirft Trump „blanken Egoismus“ vor
Nachrichten Politik Trittin wirft Trump „blanken Egoismus“ vor
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16:17 19.12.2017
„Trump will Energiedominanz. Das wird sich als teurer Irrtum erweisen“: Jürgen Trittin. Quelle: dpa
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Berlin

Der Grünen-Außenpolitiker Jürgen Trittin hat scharfe Kritik an der neuen Sicherheitsstrategie von US-Präsident Donald Trump geübt. „Auch die nationale Sicherheitsstrategie von Donald Trump steht unter seinem Kampfbegriff ,America First‘: Hinter dem Slogan hatten viele Isolationismus vermutet - tatsächlich ist es blanker Egoismus“, sagte Trittin dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

„Für Trump ist nationale Sicherheit ökonomische Dominanz und militärische Überlegenheit“, betonte Trittin. Krisenfaktoren wie etwa die Klimakrise würden nicht mehr als Gefahr eingestuft. „Trump will Energiedominanz. Das wird sich als teurer Irrtum erweisen. Denn es wird die Krisen verschärfen und Kriege begünstigen“, mahnte Trittin.

Trump hatte bei der Vorstellung seiner Sicherheitsstrategie der USA sowohl China als auch Russland als Rivalen dargestellt, die die Welt nach ihren Vorstellungen gestalten wollten. Bezüglich Russland äußerte Trump sich härter als bislang. Er beschuldigte Moskau, „subversive Maßnahmen“ anzuwenden, um die Glaubwürdigkeit der USA und europäischer Regierungen zu schwächen.

Trittin sieht Europa in der Pflicht

Der US-Präsident wiederholte Vorwürfe, China stehle technische Innovationen und nutze wirtschaftliche Anreize, um andere Regierungen zu überzeugen, Pekings strategischen Interessen zu dienen. Dagegen müssten die USA ihren Einfluss vergrößern. Trump sprach sich dafür aus, „mit jedem Instrument unserer nationalen Macht“ in den Wettbewerb mit anderen Staaten einzusteigen.

Trittin deutet Trumps Äußerungen als grundlegende Abkehr der gegenwärtigen US-Regierung von der Politik unter Präsident Barack Obama. „Die neue Sicherheitsstrategie dient der Abgrenzung von Obama“, sagte Trittin dem RND. „Trump betrachtet internationale Politik als unregulierten Wettbewerb. Es gibt keine Partner, sondern nur Konkurrenten.“

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete sieht Europa in der Pflicht. „Wenn Donald Trump das Recht des Stärkeren vertritt, braucht die Stärke des Rechts einen neuen Advokaten. Außer der Europäischen Union gibt es keine Anwärter auf diesen Posten. Deshalb ist es höchste Zeit für eine gemeinsame europäische Außenpolitik“, forderte Trittin.

Von Marina Kormbaki/RND

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