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Politik Tierversuche – ein moralisches Dilemma
Nachrichten Politik Tierversuche – ein moralisches Dilemma
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12:00 02.02.2018
Haben wir ein Recht darauf, dass Tiere für uns leiden? Tierversuche mit Affen. Quelle: dpa
München

Haben wir ein Recht darauf, Tiere für uns leiden zu lassen? Die Verwendung von Affen für Abgasuntersuchungen in den USA hat große Empörung verursacht. Zwar haben sich die deutschen Autobauer von ihren Tests distanziert. Doch dem wissenschaftlichen Tierversuch haben sie einen Bärendienst erwiesen. Wäre so etwas auch in Deutschland möglich? Zur Akzeptanzbeschaffung von Treibstoffen? Ich hoffe es nicht.

Nach dem Tierschutzgesetz sind nur solche Versuche erlaubt, die das Ziel haben, Krankheiten vorzubeugen, zu erkennen oder zu behandeln. In ganz seltenen Fällen kommen dabei auch Tierversuche mit Affen infrage. Zumeist sind dies Giftigkeitsprüfungen bei lebenswichtigen Medikamenten.

Der Forscher trägt Verantwortung

Ein Antragsteller muss belegen, dass er sein Forschungsziel nicht durch alternative Methoden erreichen kann, und er muss begründen, dass sein Tierversuch im Hinblick auf das Leid, das dem Tier zugefügt wird, „unerlässlich“ ist.

Das Problem: Dafür gibt es keine objektiven Kriterien. Das weiß natürlich auch der Gesetzgeber. Deshalb haben wir auch kein Recht, Tiere unnötig für uns leiden zu lassen. Das entbindet den Forscher und die zulassende Stelle jedoch nicht von der Verantwortung zur Abwägung: Wie verhält sich der herausragende Nutzen des Tierversuchs zur Pflicht, das Leid des Tieres maximal zu reduzieren?

Ein moralisches Dilemma

Sicher, im Einzelfall mag es gute Gründe geben, die Zulassung eines Tierversuchs zu kritisieren. Aber sie verdient Respekt. Nur wer meint, ohne Schuld durchs Leben zu kommen, wird leugnen, dass es ein moralisches Dilemma geben kann.

Stephan Schleissing leitet das Institut Technik-Theologie-Naturwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Von Stephan Schleissing

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