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Nachrichten Politik Telefon-Protokolle des US-Präsidenten geleakt
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22:34 03.08.2017
Bei Anruf Trump: Telefon-Protokolle des US-Präsidenten gelangten nun an die Öffentlichkeit. Quelle: AP
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Washington

Die Veröffentlichung der Protokolle zu den sensiblen Gesprächen löste die Sorge aus, dass niemand mehr offen am Telefon mit Trump sprechen würde, wenn man sich der Vertraulichkeit nicht sicher sein könne.

Das Magazin „The Atlantic“ schrieb, die Konsequenzen dieser Leaks hätten das Potenzial, internationale Beziehungen über Trumps Präsidentschaft hinaus zu belasten: „Wenn solche Gespräche durchgestochen werden, gilt das für jedes Gespräch. Kein Staatschef wird sich mehr trauen, etwas zum Präsidenten der USA zu sagen, wovon er danach lieber nichts zuhause in den Nachrichten lesen möchte.“

Über den nachrichtlichen Gehalt beider Gespräche war jeweils kurz darauf berichtet worden. Die Wortprotokolle offenbarten nun, dass Trump mehrfach die Unwahrheit gesagt hatte, als er diese Berichterstattung als „Fake News“ abgetan hatte. Sie zeigen Trump prahlerisch, drohend und ungeduldig.

Trump bat mexikanischen Präsidenten um Verschwiegenheit

Trump räumte in seinem Gespräch mit Mexikos Präsident Enrique Pena Nieto ein, dass der Bau einer Mauer zu Mexiko - nach außen eines seiner wichtigsten Projekte - ihm politische Probleme bereite. „Das dürfen Sie aber nicht den Medien sagen“, bat Trump. Er sagte auch, die Mauer sei „das am wenigsten wichtige Ding überhaupt“.

Im Gespräch mit dem australischen Premier Malcolm Turnbull sagte Trump: „Ich bin die wichtigste Person der Welt, die keine Leute in ihr Land lassen will.“ „Dieses war bei weitem das schlimmste Telefonat“, soll Trump laut „Washington Post“ seinem Gesprächspartner gesagt haben. Statt einer Stunde dauerte das Gespräch dann nur 25 Minuten.Er brach das Gespräch erbost ab, als es um Flüchtlinge ging.

„Ich bin die mächtigste Person der Welt, die keine Leute ins Land lässt“

Die Ursache: Konflikt zwischen Trump und Turnbull war ein Abkommen, das Australien noch mit Ex-Präsident Barack Obama vereinbart hatte. Demnach wollten die USA bis zu 1250 Bootsflüchtlinge aufnehmen, die Australien in Aufnahmezentren im kleinen pazifischen Inselstaat Nauru und auf der zu Papua-Neuguinea gehörenden Insel Manus untergebracht hatte. Darunter sind auch Menschen aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern, für die Trump einen Einreisestopp vorgesehen hatte.

Trump wollte Turnbull zwingen, die Flüchtlinge auf den Inseln zu lassen. Ähnlich aufgebracht wie beim mexikanischen Präsidenten äußerte er: „Das wird mich umbringen. Ich bin die mächtigste Person auf der Welt, die keine Leute ins Land lassen will. Und jetzt stimme ich zu, 2000 Menschen aufzunehmen.“

Das Weiße Haus bezeichnet Trump als harten Verhandler

Aus Kreisen des Weißen Hauses heißt es außerdem, das Gespräch stehe symbolisch für die Art, wie Donald Trump seine Präsidentschaft verstehe. Er sei ein „harter Verhandler, der immer den besten Deal für die USA sucht.“

Von RND/dpa

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