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Politik Tausende demonstrieren für Seenotrettung im Mittelmeer
Nachrichten Politik Tausende demonstrieren für Seenotrettung im Mittelmeer
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17:04 02.09.2018
In Hamburg demonstrierten Menschen für die unbehinderte Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer Quelle: Markus Scholz/dpa
Hamburg

Mehrere Tausend Menschen haben am Sonntag in Hamburg an einer Kundgebung des Aktionsbündnisses „Seebrücke“ teilgenommen. Sie forderten eine unbehinderte Seenotrettung sowie sichere Fluchtwege und protestierten gegen die Kriminalisierung der Fluchthelfer. Die Demonstration zwischen Landungsbrücken und Rathausmarkt war Teil einer bundesweiten Reihe von Veranstaltungen. Bereits am Samstag gab es in Flensburg eine Kundgebung unter dem Motto „Seebrücke statt Massengrab“. In Berlin kamen am Sonntag rund 2500 Menschen zusammen, um für die Seenotrettung zu demonstrieren.

Die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs sagte zum Auftakt, die Rettung von Menschen aus Seenot sei „ein Grundgebot der christlichen Seefahrt“. Nirgendwo dürfe unwidersprochen hingenommen werden, wenn Menschenwürde verletzt wird, wie jetzt zum Beispiel in Chemnitz. „Wir dürfen nicht dulden, dass man Flüchtlinge auf See ertrinken lässt und auch nicht, dass sie angepöbelt und zusammengeschlagen werden“, sagte sie.

Kapitän Reisch spricht auf der Abschlusskundgebung

Eine politische Lösung sei nötig, damit alle europäischen Länder ihrer Verantwortung nachkommen und Flüchtlinge aufnehmen. Dies gelinge sicher nicht, wenn jedes Land sagt: Hauptsache ich nicht! „Das setzt eine todbringende Spirale in Gang“, sagte Fehrs. Darum sei es wichtig, in ganz Deutschland und in Hamburg ein Zeichen zu setzen für die Menschlichkeit.

Organisiert wurde der Marsch von Organisationen aus verschiedenen Bereichen der Zivilgesellschaft. Die Demonstration führte am Nachmittag am Millerntorstadion des FC St. Pauli vorbei, wo sich Fußballfans nach der 3:5-Heimniederlage gegen den 1. FC Köln dem Zug anschlossen.

Die Abschlusskundgebung fand auf dem Rathausmarkt statt. Hauptredner war Kapitän Claus-Peter Reisch. Er ist gegenwärtig in Malta angeklagt, nachdem er mit dem Schiff „Lifeline“ 234 Menschen aus Seenot gerettet hatte.

Von RND/epd

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