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Politik “System ist immer noch unterbrochen“
Nachrichten Politik “System ist immer noch unterbrochen“
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21:37 25.06.2017
Noch immer kämpfen britische Abgeordnete mit den Folgen eines Hackerangriffs.  Quelle: dpa
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London

 Eine Cyber-Attacke haben Unbekannte am Sonnabend auf das britische Parlament verübt. Jetzt ist auch das Ausmaß des Angriffs klar. Die Täter bekamen Zugang zu weniger als einem Prozent der 9000 E-Mail-Accounts, wie britische Medien am Sonntag berichteten. Die Nutzerkonten gehören Abgeordneten und Angestellten.

In den vergangenen Tagen hatte es vage Berichte in Medien gegeben, dass Hacker online Passwörter von Parlamentariern zum Verkauf anbieten. In die Untersuchungen zur Attacke wurde unter anderem das Nationale Zentrum für Cybersicherheit eingeschaltet.

Der Minister für internationalen Handel, Liam Fox, sagte dem Fernsehsender ITV, dass die Attacke für jeden eine Warnung sein sollte. „Wir brauchen mehr Sicherheit und bessere Passwörter. Sie würden ja auch nicht die Tür über Nacht offen lassen.“

„System immer noch unterbrochen“

Der Politiker Henry Smith von den Konservativen nahm die Störungen mit Humor: „Wir haben eine Cyber-Attacke von (Nordkoreas Machthaber) Kim Jong Un, (dem russischen Präsidenten Wladimir) Putin oder einem Kind im Keller seiner Mutter“, twitterte er. „Das System ist immer noch unterbrochen“, schrieb er am Sonntagabend.

Der Angriff erinnert auf Attacken auf die Informatiknetze des Bundestages und deutscher Parteien. Im Mai 2015 konnten sich Angreifer weitreichenden Zugang zum Bundestags-Netzwerk verschaffen, so dass die IT schließlich ausgetauscht werden musste. Als Urheber wurde die Hacker-Gruppe APT28 vermutet, der Verbindungen zu russischen Geheimdiensten nachgesagt werden.

Mitte August 2016 hatte eine Hackergruppe versucht, brisante Daten von Bundestagsabgeordneten abzufischen. Weil der für den Angriff genutzte Server in Russland den Sicherheitsbehörden bekannt war, konnte die Verbreitung der Schadsoftware blockiert werden. Die Hacker hatten Mails an Abgeordnete geschickt, die aussahen, als kämen sie aus dem Nato-Hauptquartier in Brüssel. Ein Link in der Mail führte zu dem Server, der ein Spionageprogramm auf die Computer der Empfänger spielen sollte.

Erst im vergangenen Mai verübten Unbekannte eine weltweite Cyber-Attacke. In Großbritannien legten die Kriminellen dabei viele Krankenhäuser und Arztpraxen teilweise lahm. Die Erpressungssoftware „Wanna Cry“ traf nach Angaben von Europol mindestens 150 Länder.

Von RND/dpa

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