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Politik Südafrika sucht Nachfolger für Präsident Zuma
Nachrichten Politik Südafrika sucht Nachfolger für Präsident Zuma
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14:39 17.12.2017
ANC-Parteichef und Präsident von Südafrika: Jacob Zuma Quelle: AP
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Johannesburg

Überschattet von Spaltungsgefahren ist die südafrikanische Regierungspartei ANC zu einem Kongress zusammengetreten, der über die Nachfolge von Präsident Jacob Zuma entscheiden soll. Als Favoriten für den Parteivorsitz gelten Vizepräsident Cyril Ramaphosa und Nkosazana Dlamini-Zuma, die frühere Vorsitzende der Kommission der Afrikanischen Union und Zumas Exfrau. Zuma selbst räumte am Samstag Fehler ein und sprach von einer gewaltigen Herausforderung.

Zuma ist als Präsident bis 2019 gewählt. Den Parteivorsitz gibt er bereits jetzt ab. Wer immer im ANC sein Nachfolger wird, dürfte 2019 Spitzenkandidat werden. Der ANC ist aber unter Zuma wegen Skandalen so in Verruf geraten, dass er nach Ansicht von Beobachtern die absolute Mehrheit verlieren könnte. Der Kampf um die Zuma-Nachfolge ist Analysten zufolge zudem so tiefgreifend, dass die unterlegene Fraktion eine neue Partei bilden könnte.

Zuma mahnte denn auch zur Einheit. Er kritisierte kleinkarierte Streitereien und warnte, die Partei könne zusammenbrechen. „Die Menschen sind nicht glücklich mit dem Zustand des ANC“, räumte er ein. Dennoch stehe die Partei weiter für Millionen Menschen am Rande der Gesellschaft. Auf den Parteitagsdelegierten laste die Verantwortung, den ANC zu erneuern und seine zeitlosen Werte wiederherzustellen.

Zuma sagte, eine Regierungspartei dürfe nicht zulassen, dass Geschäftsinteressen ihre Arbeit beeinflussen. Diebstahl und Korruption seien in der Privatwirtschaft genauso schlimm wie in der Regierung. „Gier ist eine ernste Bedrohung“, warnt er. Der ANC müsse sich davor schützen. Medien, Justiz und Zivilgesellschaft warf er vor, sich in Parteiangelegenheiten einzumischen, um den ANC zu bekämpfen.

Unter Zuma stieg die Arbeitslosigkeit auf knapp 30 Prozent

Der Präsident sprach sich für keinen der insgesamt sieben Kandidaten aus. Jeder von ihnen gäbe ein erstklassiges Staatsoberhaupt ab, sagte er. Alle hätten zugesagt, die Entscheidung der Partei zu akzeptieren.

Zuma selbst steht wegen seiner engen Beziehungen zur Unternehmerfamilie Gupta in der Kritik. Gegen diese wird ermittelt, weil sie Einfluss auf die Besetzung von Kabinettsposten genommen und ihre Freundschaft zu Zuma für Landverträge mit der Regierung genutzt haben soll. In seiner Regierungszeit ist zudem die Arbeitslosenrate auf knapp 30 Prozent gestiegen. Die Wirtschaft stagniert. Mehr als 55 Prozent der Einwohner erlebt unterhalb der Armutsgrenze.

Ramaphosa hat mit über das Ende der Apartheid verhandelt und brachte es danach als Unternehmer zu einem der größten Vermögen im demokratischen Südafrika. Er hat versprochen, die Korruption zu bekämpfen und die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen

Dlamini-Zuma ist Ärztin und diente bereits als Ministerin. Sie will schwarze Südafrikaner durch „radikale Wirtschaftstransformation“ für den ANC gewinnen. Sie gilt als Verbündete ihres Ex-Mannes. Einige fürchten, sie werde sich von ihm beeinflussen lassen und ihn vor Strafverfolgung schützen.

Von roy.martin

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