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Politik Strauchelt Macrons wichtigste Verbündete?
Nachrichten Politik Strauchelt Macrons wichtigste Verbündete?
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17:25 20.11.2017
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron Quelle: AP
Paris

In Frankreich ist die Verblüffung groß. Ausgerechnet die Bundeskanzlerin, die stets als Fels in der Brandung galt und für ihren Pragmatismus sowie ihre selbstbewusste Standfestigkeit bewundert wird, scheint plötzlich nicht mehr sicher im Sattel zu sitzen. Und gerade der sonst so zuverlässig-stabile Nachbar droht zum Unsicherheitsfaktor zu werden.

Ein Deutschland oder gar ein Europa ohne „Anschela“? Auf diese Eventualität hat sich in Paris kaum jemand eingestellt, auch nicht Präsident Emmanuel Macron. Zwar lancierte er nur zwei Tage nach der Bundestagswahl mit einer viel beachteten Rede über die Zukunft Europas mit weitreichenden Vorschlägen für eine vertiefte Zusammenarbeit in vielen Bereichen und eine reformierte Funktionsweise der Euro-Zone eine neue Debatte. Doch er hatte die Pläne im Vorfeld mit Merkel als seiner wichtigsten Verbündeten abgesprochen, auf mögliche Einwände einer künftigen Jamaika-Koalition Rücksicht genommen, setzt auf die eng abgestimmte Zusammenarbeit. Die aktuelle Ungewissheit in Berlin droht auch Macrons ehrgeizige europapolitische Agenda auszubremsen.

Die Zeitung „Libération“ sieht Angela Merkel in der „schwersten politischen Krise während ihrer zwölf Jahre an der Macht“, für „Le Monde“ befindet sich Deutschland „mitten im Sturmgewitter“. Das Verständnis für die wochen- oder gar monatelangen Koalitionsverhandlungen, während der auch europaweit wenig vorangeht, war in Paris ohnehin begrenzt. Bewundert man einerseits eine politische Kultur, die eine mühsame Suche nach Kompromissen voraussetzt, so erlaubt das politische System in Frankreich dem Staatschef und der Regierung, schnelle Entscheidungen zu treffen – vor allem wenn beide derselben politischen Richtung angehören. Das ist zurzeit der Fall, da Macrons Partei LREM eine Mehrheit in der Nationalversammlung hat.

Von Birgit Holzer/RND

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