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Politik Stahlseil über ICE-Strecke: Drohschreiben in arabischer Sprache entdeckt
Nachrichten Politik Stahlseil über ICE-Strecke: Drohschreiben in arabischer Sprache entdeckt
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15:23 04.11.2018
Polizisten suchen auf der ICE-Strecke zwischen Nürnberg und München die Schienen ab. Quelle: Daniel Karmann/dpa
München/Nürnberg

Einen Monat nach einem schweren Zwischenfall mit einem gespannten Stahlseil auf der ICE-Strecke zwischen Nürnberg und München ist noch unklar, wer hinter der Tat steckt. Am Tatort war ein Drohschreiben in arabischer Sprache entdeckt worden. „Wir nehmen das Drohschreiben ernst. Der IS-Bezug wird aber noch geprüft“, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) München der „Welt am Sonntag“.

Dem Gegenüber steht ein Bericht der Deutschen Presse Agentur. Ihr zufolge ermitteln das Bundeskriminalamt und die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus, weil in der Nähe des Tatorts ein farbiges Drohschreiben mit mehreren Schwarz-Weiß-Kopien in arabischer Sprache entdeckt worden war. Weiter berichtet die Nachrichtenagentur jedoch, dass Ermittler es für sehr unwahrscheinlich halten, dass das Stahlseil von Sympathisanten der Terrormiliz gespannt worden ist.

Laut „Welt am Sonntag“, war das Seil den Ermittlern zufolge zu dünn, um den Zug entgleisen zu lassen. „Ziel war ein Anschlag mit vielen Toten und Verletzten“, zitiert die Zeitung aus Ermittlerkreisen.

Ermittler stellen mehrere Teile aus Holz und Metall sicher

Vor rund einem Monat hatten unbekannte Täter ein dünnes Stahlseil über die Gleise der Schnellfahrstrecke bei Allersberg im Landkreis Roth gespannt. Bei dem Vorfall war ein ICE beschädigt worden, verletzt wurde niemand. Die Behörden gehen davon aus, dass die Konstruktion den ICE nicht hätte entgleisen lassen können.

Mehr als 150 Polizisten suchten vergangene Woche die Strecke erneut ab. Dabei stellten die Ermittler mehrere Teile aus Holz und Metall sicher, die in München kriminaltechnisch untersucht werden. Die Teile sehen den kurz nach dem Vorfall aufgesammelten Gegenständen sehr ähnlich.

Rund 50 Beamte ermitteln beim bayerischen Landeskriminalamt täglich in dem Fall. Sie stufen den Vorfall nicht als Anschlag, sondern als gefährlichen Eingriff in den Zugverkehr ein.

Von RND/dpa/ngo