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Nachrichten Politik Staatsfernsehen meldet weitere Tote bei Protesten
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09:35 02.01.2018
Bei einer Welle politischer Proteste sind im Iran mehr als ein Dutzend Menschen umgekommen, darunter ein Polizist. Quelle: dpa
Teheran

Bei den Protesten im Iran sind nach Angaben des Staatsfernsehens Irib weitere neun Menschen ums Leben gekommen. Sie seien im Laufe der Nacht zu Dienstag zu Tode gekommen, meldete der Sender. Bereits am Wochenende hatte es Tote gegeben, insgesamt sind es nun mindestens 20. Es war jedoch zunächst unklar, ob es sich bei den neuesten Opfern um Demonstranten, Polizisten oder Revolutionswächter handelte.

Irib hatte zuvor berichtet, dass in der Nacht zum Dienstag ein Revolutionswächter der Stadt Nadschafabad im Zentraliran von Demonstranten getötet worden sei. Er sei erschossen worden. Nach Angaben von Irib beweist die Tat, dass einige der Demonstranten bewaffnet seien. Die Revolutionswächter sind Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden, einer paramilitärischen Organisation zum Schutz des Systems.

Schießt die Polizei auf Demonstranten?

Bis zum Montag starben nach Angaben des Staatsfernsehens im Zentral-, West und Südwestiran mindestens zehn Demonstranten. Zudem kamen ein alter Mann und ein Kleinkind bei einem Unfall während der Proteste im westiranischen Dorud um.

In sozialen Netzwerken wird behauptet, dass die Polizei in Dutzenden Städten auf die Demonstranten schieße; es habe am Montag erneut Tote gegeben. Diese Berichte ließen sich jedoch nicht unabhängig überprüfen.

Hunderte Protestler verhaftet

Die Proteste hatten am Donnerstag begonnen. Sie richteten sich zunächst gegen die Wirtschafts- und Außenpolitik der Regierung, wurden aber zunehmend systemkritisch. Am Samstag griffen die Proteste auch auf die Hauptstadt Teheran über. Nach Augenzeugenberichten griff die Polizei in Teheran mit Wasserwerfern und Tränengas ein.

Es sind die größten Demonstrationen im Iran seit der umstrittenen Präsidentenwahl 2009. Seit Beginn der Proteste sind Hunderte Menschen verhaftet worden. Viele Demonstranten kritisieren die Regierung von Präsident Hassan Ruhani oder den obersten geistlichen Führer der Islamischen Republik, Ajatollah Ali Chamenei.

Von RND/dpa

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