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Nachrichten Politik Spanische Terror-Ermittler sind uneins
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20:23 19.08.2017
Die Polizei fahndet nach einem Marokkaner, der der Kopf der Terrorzelle gewesen sein soll. Quelle: imago/Kyodo News
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Barcelona

Nach dem Terroranschlag mit einem Lieferwagen in Barcelona gehen die Ermittlungen nur langsam voran. Der Haupttäter von Barcelona war möglicherweise noch auf freiem Fuß. „Wir können sagen, dass die Zelle von Barcelona total zerschlagen ist“, sagte Innenminister Juan Ignacio Zoido. Die Polizei und die katalanische Regionalregierung äußerten jedoch Zweifel an dieser Einschätzung, da noch nach Verdächtigen gefahndet werde. Solange dies der Fall sei, könne von einer Zerschlagung keine Rede sein, sagte Zoidos katalanischer Amtskollege Joaquin Forn.

Zwölf Opfer schweben in Lebensgefahr

Bei dem Anschlag auf der Flaniermeile Las Ramblas waren am Donnerstag mindestens 13 Menschen getötet worden. Wenige Stunden später starb zudem eine Frau nach einem vereitelten Angriff in der südlich gelegenen Küstenstadt Cambrils. Sie wurde von Verdächtigen auf der Flucht überfahren.

Zwei Tage nach den Terrorattacken waren noch 54 Verletzte im Krankenhaus, teilten die katalanischen Notfalldienste mit. Zwölf Patienten seien in kritischem Zustand, 25 weitere schwer verletzt. Unter ihnen sind auch viele Ausländer. Nach Angaben des Auswärtigen Amts wurden 13 Deutsche verletzt, zwei Frauen lebensgefährlich. Eine von ihnen ist in einem extrem kritischen Zustand. Andere Verletzte haben das Krankenhaus bereits verlassen. Für Sonntag ist ein Trauergottesdienst in der Basilika Sagrada Familia geplant.

Der Kopf der Zelle ist noch auf der Flucht

Die Aufmerksamkeit der Polizei richtete sich nach Medienberichten vor allem auf den flüchtigen Marokkaner Younes Abouyaaquoub. Der 22-Jährige sei der Bruder eines der getöteten Verdächtigen von Cambrils. Er komme aus der Kleinstadt Ripoll rund 100 Kilometer nördlich von Barcelona. Die Polizei durchsuchte dort auch am Samstag auch das Haus eines Imams, wie der der katalanische Innenminister Joaquim Forn bestätigte. Nach spanischen Medienberichten könnte er Teil der Terrorzelle gewesen sein.

Die Ermittler gingen davon aus, dass die Attacken in Barcelona und Cambrils von einem Netzwerk von insgesamt zwölf Verdächtigen verübt wurden. Fünf von ihnen wurden in Cambrils erschossen, insgesamt vier wurden festgenommen, drei identifiziert, so die katalanische Polizei.

Ein oder möglicherweise zwei Verdächtige könnten am Mittwoch bei einer Explosion in dem Wohnhaus in Alcanar südlich von Tarragona umgekommen sein. Bei einem Toten könnte es sich nach Medienberichten um den Imam aus Ripoll handeln. Die Beamten vermuteten, dass die Gruppe dort Sprengstoff lagerte und ein noch größeres Attentat als das in Barcelona vorbereitete.

Der IS bekennt sich offiziell zu den Anschlägen

Die Madrider Regierung kündigte an, die Sicherheitsvorkehrungen würden ab sofort verschärft. Eine Anhebung der Terrorwarnstufe lehnte sie aber ab. In Spanien gilt seit zwei Jahren die zweithöchste Warnstufe 4. Sie bedeutet, dass ein „erhebliches Risiko eines terroristischen Anschlags“ besteht.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Angriffe in Spanien für sich. Mehrere Glaubenskämpfer hätten sie ausgeführt und „Kreuzfahrer“ ins Visier genommen, teilte der IS in einer Erklärung am Samstag im Internet mit. Mit „Kreuzfahrern“ meint die Terrormiliz das US-geführte Bündnis, das die Extremisten im Irak und in Syrien bekämpft. Die Echtheit der Erklärung ließ sich zunächst nicht verifizieren. Sie wurde aber über die üblichen Kanäle des IS im Internet verbreitet.

Bei der Fahndung nach dem mutmaßlichen Haupttäter, der mit dem Lieferwagen die Passanten gerast war, hatte die Polizei sich zunächst auf den 17 Jahre alten Moussa Oukabir konzentriert. Diese Hypothese habe an Gewicht verloren, sagte der katalanische Polizeichef Josep Lluís Trapero. Der 17-Jährige war nach Angaben der Polizei zusammen mit vier anderen Verdächtigen in Cambrils erschossen worden. Nun gelte der 22-jährige Younes Abouyaaquoub als Hauptverdächtiger, berichtete „El Pais“ unter Berufung auf die Polizei.

Von RND/dpa

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