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Schulz schickte Mitarbeiter auf ungewöhnliche Dienstreise

Vorwürfe gegen SPD-Kanzlerkandidat Schulz schickte Mitarbeiter auf ungewöhnliche Dienstreise

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat einen seiner engsten Mitarbeiter auf eine knapp einjährige Dienstreise nach Berlin geschickt. SPD und CDU streiten nun, ob es sich um eine Affäre handelt.

Martin Schulz steht seit seiner Benennung im medialen Rampenlicht. Nun werden alte Affären neu aufgerollt.

Quelle: dpa

Berlin. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat derzeit den Lauf seines Lebens. Seitdem er Sigmar Gabriel abgelöst hat, steigen die Sympathiewerte des Politikers. Aktuell liegt der ehemalige Präsident des EU-Parlaments sogar mit großem Abstand vor Kanzlerin Angela Merkel: Nur noch 38 Prozent der Deutschen wollen lieber Merkel als Regierungschefin, 49 Prozent bevorzugen Schulz – ein Vorsprung von elf Punkten, wie das am Freitag veröffentlichte ZDF-„Politbarometer“ ergab.

Die beiden großen deutschen Parteien stecken damit rund sieben Monate vor der Bundestagswahl mitten im Wahlkampf. Dazu gehört auch, dass nun Schulz bisherige Karriere in Brüssel unter die Lupe genommen wird und erste Unregelmäßigkeiten aufgedeckt werden. Wie der „Spiegel“ nun herausfand, soll Schulz einem engen Mitarbeiter eine ungewöhnliche Dienstreise finanziert haben: Im Jahr 2012 schickte er Markus Engels für fast ein Jahr nach Berlin. Engels erhielt dafür einen Auslandszuschlag von 16 Prozent zu seinem Gehalt. Insgesamt sollen so rund 16.000 Euro zusammen gekommen sein.

Der „Spiegel“ belegt diesen Vorgang auf seiner Internetseite mit einem Scan eines Schreibens von Schulz, in dem dieser die „Langzeitmission“ Engels’ beantragt. Zu dessen Aufgabe schreibt Schulz, dass Engels in Berlin „meine Aktivitäten in Deutschland unterstützen“ solle.

Das Schreiben passt zu den Vorwürfen der CDU, Martin Schulz habe Mitarbeiter regelwidrig eingesetzt. Ein EU-Abgeordneter der Union präsentierte in dieser Woche gar eine „Sammlung Schulz“, eine neunseitige Zusammenstellung mutmaßlicher Verfehlungen. Die Anschuldigungen sind nicht neu, das Papier schon älter, werden von der CDU jedoch nun erneut hervorgeholt. „Für Schulz gilt, dass dieser als Europapolitiker alles mitgenommen hat, was nicht niet- und nagelfest war“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU im Bundestag, Michael Fuchs, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Offensichtlich habe der Sozialdemokrat „in seiner Zeit als Europapolitiker auch nicht gerade wie Mutter Teresa gelebt“.

Die SPD spricht nun von einer „Schmutzkampagne“ gegen ihren Spitzenkandidaten. SPD-Generalsekretärin Katarina Barley sagte gegenüber dem Deutschlandfunk, dass sich Martin Schulz’ Verhalten im Rahmen der üblichen Regeln bewege. Dass die CDU nun alte Vorwürfe wieder hervorhole, lasse „tief blicken, wie nervös die in der Union sind“.

Markus Engels wird im Wahlkampf der SPD eine entscheidende Rolle spielen. Zusammen mit Juliane Seifert wird er als technischer Leiter der Kampagne funktionieren.

Von RND/aks

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