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Politik Schulz’ Attacke gegen Merkel stärkt die Union
Nachrichten Politik Schulz’ Attacke gegen Merkel stärkt die Union
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00:00 29.06.2017
SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. Quelle: dpa
Berlin

Kampfeslust und Siegeswillen wollten die Sozialdemokraten bei ihrem Parteitag am Sonntag demonstrieren, doch der Versuch ging offenbar nach hinten los. Mit seinem gegen Kanzlerin Angela Merkel gerichteten Vorwurf, ihr Politikstil sei ein „Anschlag auf die Demokratie“, hat SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz der Union Wähler zugeführt. Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, würden 38 Prozent die CDU/CSU wählen – 2 Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche. Das geht aus einer im Auftrag des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) erstellten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov hervor.

Die SPD stagniert demnach nach ihrem Dortmunder Parteitag bei 25 Prozent. Die Linke kommt auf 9 Prozent (-1), die Grünen bleiben unverändert bei 8 Prozent. Auch AfD (+1) und FDP (-1) liegen bei 8 Prozent.

Auch im direkten Vergleich schlägt Merkel ihren Herausforderer: Könnten die Deutschen den Kanzler direkt wählen, würden 41 Prozent für Merkel votieren und 23 Prozent für Schulz. Eine Zahl allerdings taugt dazu, die Hoffnungen der Sozialdemokraten zu nähren: So gibt ein Drittel der Befragten an, sich noch nicht endgültig entschieden zu haben, für welche Partei sie am 24. September stimmen werden. Auf die Unentschlossenen dürften es die Wahlkampfstrategen in den kommenden Wochen daher besonders absehen.

Deutsche wünschen sich deutschen Staatsakt für Kohl

Bei der Frage nach dem beliebtesten Regierungsbündnis zeichnet sich eine Präferenz für Schwarz-Gelb ab. So befürworten 29 Prozent ein Bündnis aus Union und FDP. Für eine Fortsetzung der Großen Koalition plädieren immerhin 25 Prozent. Nur 17 Prozent sprechen sich für Rot-Rot-Grün aus, ein Jamaika-Bündnis fänden 16 Prozent gut – ebenso viele votieren für Schwarz-Grün. Der Ampelkonstellation Rot-Gelb-Grün stimmen 14 Prozent zu. Ein Bündnis von Union-AfD würden nur 7 Prozent mehr oder weniger gut heißen.

Im Auftrag des RND fanden die Demoskopen von Yougov auch heraus, dass sich viele Deutsche für den verstorbenen Altkanzler Helmut Kohl anstelle des für Sonnabend in Straßburg geplanten europäischen Staatsaktes einen deutschen Staatsakt gewünscht hätten. Ein Viertel fände den heimischen Staatsakt besser, 13 Prozent geben an, dass sie „auf jeden Fall“ einem deutschen Staatsakt den Vorzug gegeben hätten. Allerdings können dieser Idee gut 30 Prozent der Deutschen wenig bis nichts abgewinnen.

Für die Mehrheit der Deutschen (53 Prozent) steht hingegen weitgehend außer Frage, dass in Deutschland politische Spitzentreffen wie der G-20-Gipfel kommende Woche in Hamburg stattfinden sollten, trotz teurer und aufwendiger Organisation. Ein knappes Drittel könnte auf solche Großevents allerdings verzichten.

Auch um Fußball ging es bei der Umfrage zu Wochenbeginn. Die Freude am Sport bleibt von politischen Querelen nicht unberührt: Die Frage, ob ihre Vorfreude auf die 2018 in Russland stattfindende WM angesichts der zahlreichen Konflikte mit Russland getrübt sei, bejaht knapp die Hälfte der Befragten. „Eher nicht“, meinen 20 Prozent. „Auf keinen Fall“ sagen 10 Prozent.

Von Marina Kormbaki/RND

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