Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Politik Schottland entscheidet über Unabhängigkeitsreferendum
Nachrichten Politik Schottland entscheidet über Unabhängigkeitsreferendum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:43 28.03.2017
Das neue schottische Unabhängigkeitsreferendum soll, wenn es den auf den Weg gebracht wird, noch vor dem Brexit erfolgen. Quelle: PA WIRE
Anzeige
Edinburgh

Nur einen Tag vor der EU-Austrittserklärung Großbritanniens stimmt das schottische Parlament am Dienstagabend (18.00 Uhr/MESZ) über ein neues Unabhängigkeitsreferendum ab. Es gilt als sicher, dass die Abgeordneten grünes Licht für die Volksabstimmung über die Trennung von Großbritannien geben werden. Am Mittwoch wird die britische Premierministerin Theresa May dann die Scheidung von der Europäischen Union einreichen.

Referendum braucht Zustimmung aus London

Hintergrund für das geplante Unabhängigkeitsreferendum ist ein Streit über den harten Brexit-Kurs der britischen Regierung. Schottland, das mehrheitlich gegen den Brexit stimmte, will zumindest im Binnenmarkt bleiben.

May lehnt einen solchen Sonderweg kategorisch ab. Sie stellte Edinburgh aber zusätzliche Kompetenzen in Aussicht. May will ihr Land nicht nur aus den politischen Institutionen der EU, sondern auch aus dem Europäischen Binnenmarkt führen.

Nicola Sturgeon und Theresa May Quelle: PA WIRE

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon möchte ihre Landsleute zwischen Herbst 2018 und Frühjahr 2019 über die Loslösung von Großbritannien abstimmen lassen - also noch vor dem Brexit.

May lehnt dagegen eine Volksabstimmung in Schottland vor dem Austritt aus der EU ab. Ein rechtlich bindendes Referendum ist nur mit der Zustimmung aus London möglich.

62 Prozent der Schotten gegen Brexit

Erst im Jahr 2014 waren die Schotten zu den Wahlurnen gerufen worden, um über eine Loslösung von Großbritannien abzustimmen. Eine Mehrheit von rund 55 Prozent der Wähler hatte sich dagegen ausgesprochen.

Mit dem geplanten britischen Austritt aus der EU und ihrem Binnenmarkt sieht die schottische Regierung die Voraussetzungen aber als verändert an. Nach jüngsten Umfragen ist es aber sehr fraglich, ob ein zweites Unabhängigkeitsreferendum mehr Erfolg verspricht.

Rund 62 Prozent der Schotten hatten beim Brexit-Referendum im Juni 2016 für den Verbleib in der EU gestimmt.

Von dpa/RND/zys

Anzeige