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Politik Schäuble mahnt Einwanderer: Werdet Deutsche
Nachrichten Politik Schäuble mahnt Einwanderer: Werdet Deutsche
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10:09 26.03.2017
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Quelle: dpa
Berlin

„Wir müssen den Menschen sagen: Wenn ihr auf Dauer hier lebt, ist es in eurem Interesse, dass ihr euch hier zugehörig fühlt und Deutsche werdet“, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble der „Welt am Sonntag“. Gerade muslimische Migranten stellten zurzeit „unser Land und unseren Patriotismus vor besondere Herausforderungen“, räumte der CDU-Politiker ein. „Wir müssen den Muslimen bei uns helfen, sich in einer modernen, westlichen Gesellschaft zurechtzufinden.“ Das sei auch der Sinn der vor zehn Jahren von ihm gegründeten Islamkonferenz gewesen.

Schäuble zur Flüchtlingskrise: Wir haben zu langsam reagiert

Angesichts der aktuellen aggressiven Töne der türkischen Regierung in Richtung Deutschland und Europa seien bei der Integration „bittere Rückschläge“ zu verzeichnen, sagte er. Die Rhetorik von Präsident Recep Tayyip Erdogan mache ihn fassungslos. „Sie zerstört in kurzer Zeit mutwillig, was über Jahre an Integration in Deutschland gewachsen ist. Die Reparatur der jetzt entstehenden Schäden wird Jahre dauern“, so Schäuble.

Weiter sagte Schäuble, auch der massenhafte Zuzug hunderttausender Migranten und Flüchtlingen im Jahr 2015 habe „die Integration nicht leichter gemacht, weil zu viele Menschen zu schnell zu uns kamen“. Zur deutschen Politik in der damaligen Zeit sagte er: „Wir haben auf die Herausforderungen der Flüchtlingskrise zu langsam reagiert. Es hat 2015 ein wenig geknirscht, um es freundlich zu sagen.“ Inzwischen seien die Fehler aber korrigiert.

Von den etwa 81 Millionen Einwohnern in Deutschland hatten 2015 etwa 17,1 Millionen einen Migrationshintergrund. Bei Kindern unter zehn Jahren besitzt etwa ein Drittel einen Migrationshintergrund.

Von dpa/RND