Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Politik Rund 400 Häftlinge fliehen aus Gefängnis in Tripolis
Nachrichten Politik Rund 400 Häftlinge fliehen aus Gefängnis in Tripolis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:32 03.09.2018
Eine Straße in Tripolis (Symbolfoto). Quelle: dpa
Anzeige
Tripolis

Nach anhaltenden Kämpfen in der libyschen Hauptstadt Tripolis ist rund 400 Häftlingen die Flucht aus einem Gefängnis gelungen. Aufgrund chaotischer Zustände angesichts der Gefechte hätten Häftlinge gemeutert, teilte die libysche Polizei am Montag mit. Das Wachpersonal habe sie schließlich ziehen lassen, um das eigene Leben nicht zu gefährden.

In Tripolis kommt es seit einer Woche immer wieder zu Kämpfen zwischen rivalisierenden Milizen. Das Gesundheitsministerium berichtete, 49 Menschen seien ums Leben gekommen und weitere 129 verletzt worden. Die Regierung rief den Notstand aus. Dieser diene dem Schutz der Zivilbevölkerung.

Der Grund für den Ausbruch der Gewalt, in dessen Verlauf neben Schusswaffen auch Granatwerfer zum Einsatz kamen, blieb zunächst unklar. Die Milizen, die sich bekämpft hatten, waren demnach als Unterstützer der Regierung in Tripolis bekannt.

EU-Kommission fordert Ende der Kämpf

Seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 herrscht in Libyen ein Bürgerkriegschaos. Zahlreiche bewaffnete Gruppen bekämpfen sich gegenseitig. Die international anerkannte Regierung in Tripolis konnte ihren Einfluss kaum über die Hauptstadt hinaus ausdehnen. Sie konkurriert mit einer Regierung im Osten des Landes. Beide werden von schwerbewaffneten Milizen unterstützt.

Die EU-Kommission forderte am Montag ein sofortiges Ende der Kämpfe und die Unterstützung aller „legitimen Akteure“ für eine langfristige politische Lösung in Libyen unter Vermittlung der Vereinten Nationen. Die Eskalation untergrabe eine ohnehin instabile Lage, warnte ein Sprecher in Brüssel. „Gewalt schürt nur neue Gewalt, zum Schaden des libyschen Volks.“

Parlamentswahlen für Dezember angekündigt

Für den 10. Dezember sind Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in dem weitgehend anarchischen Land angekündigt. Viele Beobachter zweifeln jedoch daran, dass die Abstimmung wirklich stattfindet.

Bis zum Montag beruhigte sich die Lage in der libyschen Hauptstadt Augenzeugen zufolge wieder etwas, nachdem eine der Milizen ein Kampfgebiet verlassen hatte. Anti-Terroreinheiten aus der benachbarten Handelsstadt Misrata rückten in Tripolis ein, um den Flughafen der Stadt zu schützen.

Von RND/dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Keiner hat die Nord-SPD in den vergangen Jahren so sehr geprägt wie Ralf Stegner. Als Landeschef, Fraktionsvorsitzender und Bundevize war der Mann aus Bordesholm omnipräsent – zur Freude seiner Anhänger und zum Ärger seiner Kritiker. Ein Amt gibt Stegner nun ab. Der Anfang seines politischen Endes?

03.09.2018

Donald Trump und der Handelskonflikt mit der EU könnte in Zukunft auch den Handel mit Rindfleisch beeinflussen.

03.09.2018

Die Linken-Politiker Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine wollen mit der Bewegung „Aufstehen“ Wähler ansprechen, die sich von klassischen Parteien abgewendet haben. AfD-Chef Alexander Gauland lobt das Vorhaben. Ein Grundgedanke von Sarah Wagenknechts sei „richtig“.

03.09.2018
Anzeige