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18:45 09.10.2016
Nach der Veröffentlichung eines Skandalvideos ist US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump zunehmend isoliert in der eigenen Partei. Quelle: EPA FILE
Washington

Vier Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl herrscht unter den Republikanern helle Aufregung. Mehrere Dutzend Spitzenpolitiker fordern den Rückzug von Donald Trump. Nachdem am Wochenende ein Video bekannt wurde, in dem sich der Geschäftsmann obszön über Frauen geäußert hatte, sucht die Parteiführung nach einem Weg, einen anderen Kandidaten ins Rennen zu schicken (hier finden Sie eine Übersicht: Diese Republikaner wollen Trump stürzen).

Mike Pence, der republikanische Vizepräsidentschaftskandidat, erklärt: „Als Ehemann und Vater war ich empört über die Worte und von Donald Trump beschriebenen Handlungen. Ich billige seine Äußerungen nicht und kann sie nicht verteidigen.“ Zu den führenden Konservativen, die dem Spitzenkandidaten ihre Stimme verweigern wollen, zählen unter anderem Senator John McCain und die frühere Außenministerin Condoleezza Rice. Und der frühere Gouverneur Arnold Schwarzenegger erinnert seine Parteifreunde daran, dass es ihre Pflicht sei, die Interessen des Landes über die Interessen der Partei zu stellen.

Juristen prüfen einen Austausch des Kandidaten

Das Magazin Politico berichtet zudem über eine Krisensitzung der Parteiführung: Demnach suchen Juristen gegenwärtig nach einer Möglichkeit, wie der „Front Runner“ auch gegen seinen Willen kurz vor der Wahl ausgetauscht werden könnte – beispielsweise gegen seinen Stellvertreter Pence. Am Montag soll es dazu eine Telefonkonferenz mit sämtlichen republikanischen Kongressabgeordneten geben.

Da die Unterlagen zu den Briefwahlen bereits gedruckt sind und die Wahl schon am 8. November stattfindet, gibt es jedoch auch andere Empfehlungen: Paul Ryan, Sprecher des Repräsentantenhauses, lud Trump am Sonnabend kurzerhand von einer Wahlkampfveranstaltung in Wisconsin aus und forderte seine Anhänger auf, sich auf die Kongresswahlen zu konzentrieren.

Republikaner fürchten um ihre eigene Wiederwahl

In einen offenen Widerstand zu dem eigenen Kandidaten treten vor allem Kongressmitglieder, die um ihre eigene Wiederwahl fürchten: So fordern Senatorin Kelly Ayotte und der Abgeordnete Joe Heck, die sich in ihren Wahlkreisen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit demokratischen Herausforderern liefern, ihre Parteifreunde auf, mit aller Macht die konservative Mehrheit im Abgeordnetenhaus und im Senat zu verteidigen.

2. Fernsehduell zwischen Clinton und Trump

Vier Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl treffen die Kandidaten Hillary Clinton und Donald Trump in der Nacht zum Montag (03.00 Uhr MESZ) zu ihrem zweiten Fernsehduell aufeinander. Eines der beherrschenden Themen dürfte das kurz vor der Debatte aufgetauchte Video von 2005 mit vulgären und frauenverachtenden Sprüchen des Republikaners sein.

Wir berichten mit einem Live-Ticker über das Fernsehduell.

In dem Video aus dem Jahr 2005 hatte sich Trump in einem Privatgespräch mit dem Boulevardjournalisten Billy Bush vulgär und abwertend über Frauen geäußert und von seinen vergeblichen Versuchen erzählt, Sex mit einer verheirateten Frau zu haben: „Als Star kannst du dir gegenüber Frauen alles erlauben.“ Man könne alles tun, auch zwischen die Beine grabschen.

Donald Trump lehnt Rücktritt ab

Trump bestätigte am Wochenende die Echtheit der Aufnahmen und entschuldigte sich für seine Äußerungen. Einen Rücktritt lehnt der 70-Jährige ab. Über den Kurznachrichtendienst Twitter ließ Trump wissen: „Ich werde niemals aus dem Rennen aussteigen, werde niemals meine Anhänger im Stich lassen.“ Die Veröffentlichung des Videos sei nur ein Ablenkungsmanöver von den eigentlichen Problemen des Landes.

Allem Anschein nach will der politische Quereinsteiger in den kommenden Tagen noch tiefer in die Schlammschlacht einsteigen und verstärkt über die privaten Seitensprünge des früheren Präsidenten Bill Clinton und die finanziellen Interessen seiner Mitbewerberin Hillary Clinton sprechen. Ob ihm das gelingt, erscheint jedoch zweifelhaft.

So weist der amtierende Vizepräsident Joe Biden auf einen entscheidenden Punkt hin: „So ein Verhalten ist ein Missbrauch der Macht. Das ist nicht unzüchtig, das ist ein sexueller Angriff.“ Tatsächlich sind in dem Video nicht nur beleidigende Äußerungen zu hören: Trump beschreibt auch Handlungen, die vor Gericht als sexuelle Übergriffe gewertet werden könnten.

Von Stefan Koch, USA-Korrespondent des RND

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