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Politik „Reichsbürger“ wollte möglichst viele Polizisten töten
Nachrichten Politik „Reichsbürger“ wollte möglichst viele Polizisten töten
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12:24 24.08.2017
Das Haus in Georgensgmünd (Bayern), in dem ein 49-Jähriger Angehöriger der Reichsbürger-Bewegung bei einer Razzia vier Polizisten durch Schüsse verletzt hatte. Der Mann hatte laut dem bayerischen Innenminister Hermann 30 Waffen. Quelle: dpa
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Nürnberg

Beim Einsatz eines Spezialeinsatzkommandos gegen einen 49-jährigen Hobby-Jäger aus Georgensgmünd sollten dem Mann seine rund 30 Waffen abgenommen werden. Er galt bei den Behörden als nicht mehr zuverlässig. Laut der am Donnerstag vom Landgericht Nürnberg-Fürth verschickten Anklageschrift verschanzte er sich in seiner Wohnung hinter einem Mauereck mit Schussmöglichkeit auf die Wohnungstür.

Er trug eine Schutzweste und hielt die geladene Waffe schussbereit. Zunächst habe er durch die teilverglaste Tür nur einen Polizisten bemerkt und mit der Schussabgabe abgewartet. Als schließlich drei Beamte davor gestanden und versucht hätten, die Tür zu öffnen, habe sich für ihn eine besonders günstige Situation ergeben. Der 49-Jährige habe elfmal gefeuert.

Der Prozess startet am kommenden Dienstag. Der Vorwurf: Mord und versuchter Mord sowie gefährliche Körperverletzung. Der Mann habe sich bei seiner Tat auf eine Notwehrlage berufen wollen mit der Begründung, einen Einbruch angenommen zu haben. Die Polizei habe sich jedoch deutlich also solche zu erkennen gegeben.

Starker Anstieg der Gewalt gegen Polizisten

Im vergangenen Jahr sind im Freistaat in 7422 Fällen Polizisten selbst Opfer von Gewalt geworden; darunter ein Mord, 13 versuchte Tötungen und fast 2500 Körperverletzungen. Insgesamt seien davon 16.450 Polizisten betroffen gewesen. Dies entspreche einem Plus von 10,2 Prozent im Vergleich zu 2015, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Donnerstag in Nürnberg.

Die Zahl der verletzten Beamten sei ebenfalls deutlich gestiegen, mit annähernd 2400 habe sie um 16,3 Prozent über dem Wert von 2015 gelegen. „Diese Entwicklung sehe ich mit größter Sorge. Das ist ein neuer Höchststand seit Erstellung unserer Lagebilder 2010.“

Statistisch gesehen sei damit 2016 fast jeder zweite Polizeivollzugsbeamte in Bayern von Gewalttaten gegen die eigene Person betroffen gewesen. Besonders erschreckend sei das teilweise extreme Gewaltniveau, betonte Herrmann. Das zeige unter anderem der Mord in Georgensgmünd oder der lebensgefährliche Kopfschuss bei einer 26-jährigen Polizistin am S-Bahnhof in Unterföhring bei München im Juni 2017. „Wir werden alles daran setzen, unsere Polizistinnen und Polizisten bestmöglich zu schützen“, versicherte der Innenminister.

Von dpa/RND

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