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Nachrichten Politik Regierungspartei MPLA vor Wahlsieg
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12:30 25.08.2017
Kein Fingerzeig für Angola: João Lourenço wird, wie erwartet, Präsident. Quelle: AP
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Luanda

Die Partei lag nach Auszählung von 70 Prozent der Stimmen an erster Stelle mit Rund 64 Prozent der Stimmen, wie die Angolanische Presseagentur (Angop) in der Nacht zum Freitag berichtete. Lourenço soll Nachfolger des seit fast 38 Jahren regierenden Präsidenten José Eduardo dos Santos werden, der bei der Wahl am Mittwoch nicht mehr antrat.

Den designierten Nachfolger hatte dos Santos, der am Montag 75 Jahre alt wird, zuvor in Stellung gebracht: Verteidigungsminister João Lourenço. Mit dem Sieg der MPLA steht dem Amtsantritt des 63-Jährigen „nichts mehr im Weg“, sagte João Martins von der Regierungspartei. In Angola wird der Präsident nicht direkt gewählt, sondern von der Partei mit den meisten Stimmen gestellt. Die Bürger bestimmten demnach ihre Parlamentsmitglieder. Da die MPLA laut dem Zwischenergebnis 154 von 220 Mandaten errang, kann die seit der Unabhängigkeit im Jahre 1975 herrschende, ehemalige Befreiungsbewegung den Weg für den neuen Präsidenten bereiten.

Kein EU-Wahlbeobachterteam in Angola

Die Opposition lehnt das Ergebnis ab. Die größte Oppositionspartei Unita erhielt den Angaben nach 24 Prozent der Stimmen. Die Partei erklärte am Freitag, die Auszählung sei ungenau und nicht transparent verlaufen.

Rund neun Millionen Wahlberechtigte waren zur Wahl aufgerufen. Der scheidende Präsident dos Santos steht wegen seines autoritären Regierungsstils und weit verbreiteter Korruption in der Kritik. Die EU schickte kein Wahlbeobachterteam, weil Angolas Regierung keine unbeschränkte Einsicht in den Wahlprozess und keine volle Bewegungsfreiheit zusicherte.

Dos Santos bleibt Parteichef der MPLA

Der scheidende Präsident dos Santos wird zwar nach dem offiziellen Endergebnis sein Amt abgeben, aber ein Verbleib als Parteichef der MPLA bis zum Jahr 2022 wird erwartet. Dos Santos hält also weiterhin die Fäden bei Afrikas zweitgrößtem Ölproduzenten in der Hand. Laut Amnesty International hat dos Santos während seiner Regierungszeit ein Klima der Angst geschaffen. Durch bereits beschlossene Gesetze ist dos Santos aber auch nach dem Ausscheiden aus der Politik weitgehend vor juristischer Verfolgung geschützt.

Die Präsidentenfamilie übt seit Jahrzehnten durch Korruption und Günstlingswirtschaft großen Einfluss in Angola aus. So führt die Tochter des scheidenden Präsidenten, Isabel dos Santos, das staatliche Ölunternehmen Sonangol. Vom US-Magazin Forbes wird sie mit einem geschätzten Vermögen von drei Milliarden Dollar als reichste Frau Afrikas gelistet.

Von RND/krö/dpa

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