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Politik „Wahl Kramp-Karrenbauers wird den rechten Rand stärken“
Nachrichten Politik „Wahl Kramp-Karrenbauers wird den rechten Rand stärken“
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22:07 07.12.2018
Neue CDU-Chefin Annegret kramp-Karrenbauer: „Merkel mit anderen Mitteln.“ Quelle: GETTY IMAGES EUROPE
Berlin

Gute Wünsche und Kritik – die Wahl von Annegret Kramp-Karrenbauer als neue CDU-Vorsitzende hat die unterschiedlichsten Reaktionen ausgelöst. Ein Überblick:

SPD-Chefin bietet Kramp-Karrenbauer gute Zusammenarbeit an

Die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles hat der frisch gewählten neuen CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer eine gute Zusammenarbeit zur Fortsetzung der großen Koalition angeboten. „Sie treten in große Fußstapfen“, schrieb Nahles nach dem knappen Sieg gegen den in der SPD sehr kritisch gesehenen früheren Unionsfraktionsvorsitzenden Friedrich Merz beim Bundesparteitag in Hamburg. „Ich biete Ihnen gute Zusammenarbeit an“, betonte Nahles. Sie wünsche ihr Erfolg bei der Nachfolge von Kanzlerin Angela Merkel, die nach 18 Jahren den CDU-Vorsitz zwar abgibt, aber Regierungschefin in der Koalition mit der SPD bleiben will. „Jetzt heißt es Probleme lösen: Die Zukunft der Renten sichern, den Wert der Arbeit anerkennen, den Zusammenhalt in Europa stärken.“

Lindner freut sich auf „fairen Wettbewerb“ mit Kramp-Karrenbauer

FDP-Chef Christian Lindner freut sich auf einen „fairen Wettbewerb und gute Zusammenarbeit“ mit der frisch gewählten neuen CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer. „Eine Mehrheit des Parteitags sprach sich für eine andere Strategie aus“, twitterte Lindner am Freitag mit Blick auf den ersten Wahlgang, in dem Kramp-Karrenbauers Mitbewerber Jens Spahn und Friedrich Merz zusammen mehr als die Hälfte der Stimmen erhielten. Dann habe der Parteitag „aber eher Kontinuität gewählt“. Lindner gratulierte Kramp-Karrenbauer und schrieb: „Es ist nun die Aufgabe, die @CDU zu einen.“

Woidke gratuliert Kramp-Karrenbauer - tragen alle Verantwortung

Brandenburgs Ministerpräsident und SPD-Landeschef Dietmar Woidke hat Annegret Kramp-Karrenbauer zur Wahl als neue CDU-Chefin gratuliert. „Ich wünsche ihr in turbulenten Zeiten für ihre verantwortungsvolle Aufgabe viel Erfolg und eine ordentliche Portion Stehvermögen“, sagte Woidke am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. „Die Menschen in unserem Land erwarten zu Recht, dass wichtige Zukunftsfragen gelöst werden. Dafür tragen wir alle Verantwortung, Rückgrat und eine Haltung der Vernunft.“

Gauland glaubt, dass die AfD profitiert: Merkel mit anderen Mitteln

AfD-Chef Alexander Gauland sieht nach der Wahl von AKK gute Chancen für seine Partei. Dem RND sagte er: „Frau Kramp-Karrenbauer ist die Fortsetzung von Merkel mit anderen Mitteln. Sie hat die Flüchtlingspolitik mitgetragen und wird sie nicht korrigieren.“ Das Ergebnis überrascht ihn nicht: „Dass es knapp werden würde, haben alle vorher gesagt. Auch ein knapper Sieg von Merz wäre möglich gewesen.“ Der frühere langjährige CDU-Politiker räumt ein, dass sich seine ehemalige Partei auf dem Hamburger Parteitag „lebendiger zeigt als in den vergangenen Jahren. Für viele Delegierte mag das eine neue Erfahrung sein. Aber früher war die CDU auch schon einmal so“, sagte Gauland. „Nur unter Merkel ist nicht mehr diskutiert worden, sondern alternativlos exekutiert.“

Glückwünsche aus Berlin: Kramp-Karrenbauer „nah an den Menschen“

Aus Sicht der Berliner CDU-Landesvorsitzenden Monika Grütters beginnt mit Annegret Kramp-Karrenbauer an der Spitze der CDU Deutschlands eine neue Zeit. Die bisherige Generalsekretärin habe - wie die anderen Kandidaten auch - leidenschaftlich für das Amt der Parteichefin gekämpft und sich in der Vergangenheit „wiederholt durch großen Mut ausgezeichnet“, erklärte Grütters am Freitag nach deren Wahl auf einem CDU-Parteitag in Hamburg. „Annegret Kramp-Karrenbauer ist nah an den Menschen und hat unseren Mitgliedern an der Basis auf ihrer Tour durch Deutschland aufmerksam zugehört“ so Grütters. „Die CDU Berlin freut sich auf die Zusammenarbeit mit der neuen CDU-Bundesvorsitzenden.“

Bouffier: Kramp-Karrenbauer hat „das Herz der Partei“ erreicht

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat die Wahl von Annegret Kramp-Karrenbauer zur neuen CDU-Bundesvorsitzenden als „gute Entscheidung für die CDU“ bezeichnet. „Ich bin davon überzeugt, Annegret Kramp-Karrenbauer wird eine sehr gute Parteivorsitzende sein“, sagte er nach der Wahl am Freitag in Hamburg. Es spreche sehr für sie, dass sie auch „das Herz der Partei“ erreicht habe. Er arbeite seit vielen Jahren sehr gut mit Kramp-Karrenbauer zusammen, sagte Bouffier. Davon gehe er auch für die Zukunft aus. Der Wettbewerb der Kandidaten in den vergangenen Wochen habe der CDU gut getan. „Das hat sie belebt“, sagte Bouffier. Er hoffe sehr, dass alle drei Kandidaten in der Partei weiter Verantwortung tragen. Neben Kramp-Karrenbauer hatten sich der Ex-Unionsfraktionschef im Bundestag Friedrich Merz und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn für den Parteivorsitz beworben.

Baden-Württembergs FDP ist entsetzt: „System Merkel“ wird fortgesetzt

Der FDP-Fraktionschef im baden-württembergischen Landtag, Hans-Ulrich Rülke, hat nach eigenen Angaben entsetzt auf die Wahl von Annegret Kramp-Karrenbauer zur neuen CDU-Bundesparteichefin reagiert. Es sei ihm völlig unverständlich, dass die CDU nicht Friedrich Merz gewählt habe. „Es hätte die Chance bestanden, wieder Wähler von der AfD zurück zu gewinnen und die politische Landschaft in Deutschland zu stabilisieren“, teilte Rülke am Freitagabend mit. „Mit der Wahl von Kramp-Karrenbauer hat sich die CDU dazu entschieden, das „System Merkel“ noch viele Jahre fortzusetzen.“ Die Union werde damit immer schwächer und der rechte Rand immer stärker werden.

Linke: Kein Politikwechsel durch Kramp-Karrenbauer-Wahl

Die Linken-Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht reagiert kritisch auf die Wahl von Annegret Kramp-Karrenbauer zur CDU-Vorsitzenden. Es sei gut, dass die Partei nicht „Blackrock-Merz“ gewählt habe, aber „Merkel 2.0“ sei auch keine Lösung, twitterte Wagenknecht am Freitagnachmittag. Mit Kramp-Karrenbauer gehe die Politik der bisherigen CDU-Chefin Angela Merkel weiter. Ähnlich äußerte sich Linken-Parteichef Bernd Riexinger: „Politisch ändert sich erstmal nichts“, schrieb er bei Twitter. Eine knappe Mehrheit beim CDU-Parteitag habe sich für „weiteres Durchwursteln à la #Merkel“ entschieden.

Söder gratuliert Kramp-Karrenbauer - „Union muss zusammenrücken“

Der designierte CSU-Chef Markus Söder hat Annegret Kramp-Karrenbauer zu deren Wahl zur CDU-Vorsitzenden gratuliert und sich für eine engere Kooperation von CDU und CSU ausgesprochen. „Herzlichen Glückwunsch aus Bayern“, schrieb Söder am Freitag auf Twitter. „Viel Erfolg im neuen Amt. Freue mich auf eine zukünftige Zusammenarbeit.“ Und weiter schrieb Söder: „CDU und CSU müssen wieder enger zusammenrücken und gemeinsam für unser Land arbeiten.“

Lesen Sie auch das Protokoll des CDU-Parteitags: So lief die Wahl Kramp-Karrenbauers.

Von ani/dpa/RND

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