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Politik Raus aus dem „netten Gefängnis“: Obama zurück in Europa
Nachrichten Politik Raus aus dem „netten Gefängnis“: Obama zurück in Europa
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18:34 09.05.2017
Ex-US-Präsident Barack Obama zu Gast in Mailand. Quelle: AP
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Mailand

Die Liste an Dingen, die Barack Obama an seinem Leben im Weißen Haus nicht vermisst, ist lang. Am wenigsten fehlt dem Ex-US- Präsidenten aber der Sicherheitsapparat, der ihn als Staatsoberhaupt der Vereinigten Staaten stets begleitete. „Es ist wie in einem sehr netten Gefängnis, du hast nicht die Bewegungsfreiheit, um einfach einen Spaziergang zu machen oder einfach in einem Café zu sitzen“, sagte der 55-Jährige bei seinem ersten Auftritt in Europa nach dem Ende seiner Amtszeit im Januar am Dienstag in Mailand.

Barack Obama wurde bei seinem Auftritt in Italien gefeiert. In Mailand hielt er unter anderem eine Rede über Ernährungssicherheit.

Obama nutzte den Anlass, um persönlich zu werden, aber auch, um den ein oder anderen politischen Appell zu lancieren. Die Zuhörer, die dem Ex-Präsidenten immer wieder zujubelten, hatten es sich etwas kosten lassen, Obama live zu erleben: Die Tickets für seine „Keynote-Speech“ bei der Veranstaltung Seeds&Chips kosteten 850 Euro, wie die Organisatoren bestätigten. Tausende Schaulustige hatten bei Obamas Ankunft am Montag die Straßen gesäumt, italienische Medien sprachen von „Obama Superstar“. Neben dem ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi hatte er auch Unternehmergrößen wie den Präsidenten des Fiat-Konzerns John Elkann getroffen.

Obama ist zuversichtlich, dass sich „die Vereinigten Staaten weiter in die richtige Richtung bewegen“

In seiner Rede am Dienstag sagte Obama, der Klimawandel werde das Jahrhundert mehr prägen als jede andere Herausforderung. Er mahnte: „Keine Nation, ob groß oder klein, reich oder arm, wird immun sein gegen die Auswirkungen des Klimawandels.“

Obama zeigte sich zuversichtlich, dass die USA auch unter seinem Nachfolger Donald Trump Fortschritte im Kampf gegen den Klimawandel machen werden. Es sei offenkundig, dass es Unterschiede in der Energiepolitik der neuen und der vergangenen US-Regierung gebe. Er sei aber „zuversichtlich, dass sich die Vereinigten Staaten weiter in die richtige Richtung bewegen werden“. Trump hat öffentlich angezweifelt, dass der Klimawandel menschengemacht ist, und mit einer radikalen Abkehr von Obamas Klimapolitik Kritik ausgelöst.

Die Geschichte bewegt sich über die Zeit in die Richtung der Gerechtigkeit

Während seines gut eineinhalbstündigen Auftritts, bei dem sich Obama in dunklem Anzug, gestreiftem Hemd und ohne Krawatte präsentierte, mahnte das ehemalige Staatsoberhaupt politisches Engagement an. „Was ich den Leuten immer sage: Ihr kriegt die Politiker, die ihr verdient. Und wenn ihr nicht wählen geht und ihr nicht mitmacht und ihr nicht Acht gebt, dann werdet ihr auch politische Entscheidungen bekommen, die nicht eure Interessen widerspiegeln.“

Was Obama optimistisch stimme, sei der Geist der jungen Leute. „Auch wenn die Dinge manchmal nicht genau so laufen, wie wir sie wollen, oder es scheint, als bewege sich die Welt in die falsche Richtung, das erinnert mich daran, dass sich Geschichte nicht immer auf einer geraden Linie bewegt, sie sich (aber) über die Zeit in Richtung der Gerechtigkeit bewegt.“

Von RND/dpa

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