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Nachrichten Politik Putin deutet russische Beteiligung an Hackerangriffen an
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17:51 01.06.2017
„Patriotische Hacker“: Putin über den Cyberangriff im US-Wahlkampf. Quelle: dpa
St. Petersburg

CIA, FBI und NSA sind sich seit Monaten sicher: Die Hackerangriffe auf die Demokratische Partei im US-Wahlkampf 2016 kamen nach Ansicht der US-Geheimdienste aus dem Kreml. Erstmals hat jetzt der russische Präsident Wladimir Putin eingeräumt, dass Russen an den Versuchen der Wahlbeeinflussung beteiligt gewesen sein könnten. „Patriotisch denkende Hacker aus Russland“ könnten für die Angriffe auf die Demokratische Partei von Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton verantwortlich sein, sagte der Kremlchef beim Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg. Einen staatlichen Auftrag hätten Hacker allerdings nicht gehabt.

Es könne sich um freigeistige Patrioten handeln, die wie Künstler agierten und sich ihr Ziel wahrlos suchten – „abhängig davon, wie sie sich nach dem Aufstehen fühlen“, erklärte Putin. Wenn sie Patrioten seien, hätten sie einen aus ihrer Sicht richtigen Beitrag geleistet – „um gegen diejenigen zu kämpfen, die schlechte Dinge über Russland sagen“, sagte Putin der Zeitung zufolge.

„Wir machen so etwas nicht auf staatlicher Ebene“

Die US-Geheimdienste hatten bereits im Januar in einem Bericht erklärt, dass die Cyber-Kampagne zur Beeinflussung des US-Wahlkampfs ihren Untersuchungen zufolge mit einiger Sicherheit von Putin direkt gesteuert worden sei. Putin widersprach: „Wir machen so etwas nicht auf der staatlichen Ebene“, zitiert ihn die Zeitung.

Allerdings ist Grenze zwischen staatlichem Handeln und privatem Engagement in Russland mitunter fließend. So waren es offiziell russische Privatbürger, die in der Ukraine an der Seite der russischsprachigen Rebellen kämpften. Erst Monate später räumte Putin ein, dass russisches Militär in dem Konflikt beteiligt war.

Die „New York Times“ äußert die Vermutung, Putin könnte die Veröffentlichung von neuen Beweisen der US-Dienste erwarten, die eine russische Beteiligung an den Hackerangriffen zeigten – und mit dem Verweis auf patriotische Hacker den Verdacht vom Kreml ablenken.

Von dsc/RND

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