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Politik Putin-Freund wird US-Außenminister
Nachrichten Politik Putin-Freund wird US-Außenminister
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12:33 13.12.2016
Keine politische Erfahrung, aber weltweite Geschäftskontakte: Der Öl-Manager Rex Tillerson soll US-Außenminister werden. Quelle: AFP
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Washington

Eine der wichtigsten Personalfragen in der künftigen US-Regierung scheint gelöst: Der Geschäftsführer des Mineralölkonzerns ExxonMobil, Rex Tillerson, soll neuer Außenminister unter Donald Trump werden.

Trump verkündete in einer Erklärung die Nominierung des Industriellen, der seit 2004 an der Spitze des texanischen Ölriesen steht.

Schon zuvor berichteten die New York Times und CNN, Trump habe sich festgelegt und die Entscheidung sei auf den 64-Jährigen gefallen. Tillerson hatte sich in den vergangenen Tagen zum Favoriten entwickelt.

Persönliche Bande zu Putin

Über den Posten gab es seit mehreren Wochen Spekulationen. Trumps Wahl gilt als richtungsweisend für seinen künftigen Kurs gegenüber Russland, China sowie den Verbündeten in Europa.

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat in seinem Kabinett schon zahlreiche Posten vergeben. Wir stellen Ihnen die wichtigsten künftigen US-Minister vor.

Im Wahlkampf versprach Trump ein viel besseres Verhältnis zu Russland. Die Berufung Tillersons liegt ganz auf dieser Linie. Tillerson hat enge Verbindungen nach Moskau und auch persönliche Bande zu Präsident Wladimir Putin. 2013 erhielt der künftige Chefdiplomat von Putin den Orden der Freundschaft.

Tillerson steht seit 2006 als Vorstandsvorsitzender an der Spitze von ExxonMobil. Der gebürtige Texaner hat keinerlei politische Erfahrung, das teilt er mit Trump. ExxonMobil macht einen Umsatz von etwa 300 Milliarden US-Dollar. Der Konzern operiert auf allen Kontinenten und ist in etwa 70 Ländern vertreten.

Kritik aus den eigenen Reihen

Trump hatte am Wochenende in den höchsten Tönen von dem 64-Jährigen geschwärmt. Den Kandidaten könnte im Senat aber eines der härtesten Bestätigungsverfahren erwarten, obwohl die Republikaner dort eine Mehrheit haben. Mächtige Senatoren wie John McCain oder Lindsey Graham haben angekündigt, sie hätten wegen der engen Russland-Verbindungen Tillersons eine Reihe von Fragen an ihn.

Der Kreml hatte sich am Montag lobend über den Manager geäußert. Die Treffen von Tillerson als Chef des Ölkonzerns ExxonMobil mit Putin seien stets konstruktiv gewesen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow.

Mit der Bestallung Tillersons besetzt Trump einen der letzten noch offenen herausragenden Posten seines Kabinetts. Wochenlang hatte es Spekulationen darüber gegeben. Unter anderem wurden New Yorks Ex-Bürgermeister Rudy Giuliani und der frühere republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney als Außenminister gehandelt.

Das ist Rex Tillerson

  • Einen Außenminister wie Rex Tillerson hätten die USA noch nie gehabt. Sollte Trump den 64-Jährigen tatsächlich benennen und der Senat ihn bestätigen, hätte die Supermacht einen Chefdiplomaten ohne politische Erfahrung. Dafür verfügt der Texaner als Chef des weltgrößten Mobilölkonzerns ExxonMobil über weltweite Geschäftskontakte. Donald Trump nennt das einen der größten Vorteile Tillersons.
  • Einige der engsten Verbindungen hat Tillerson nach Russland, mit Präsident Wladimir Putin versteht er sich auch persönlich gut. 2013 zeichnete Putin ihn mit einem Orden der Freundschaft aus. Nach Einschätzung des Think Tanks CSIS, in dessen Vorstand Tillerson sitzt, hat er vermutlich mehr persönlichen Austausch mit Putin als jeder andere Amerikaner. Er hält ausdrücklich nichts von Sanktionen gegen Moskau.
  • Kritiker sehen in Tillersons Nominierung einen besonders schweren Fall drohender Interessenkonflikte. Exxon ist auf allen Kontinenten unterwegs und unterhält Operationen in mehreren Dutzend Ländern. Die „New York Times“ zitiert Energieexperten, wonach Tillerson sich besonders auskenne mit Angola, Argentinien, Kanada, Mexiko, Nigeria und Katar.
  • Sachpolitisch scheint Tillerson nicht leicht einzuordnen. Als CEO von Exxon vertritt er einerseits vehement die Interessen der fossilen Energieindustrie, erkennt aber den Klimawandel als echt und ernst an. Angeblich ist Tillerson kein Befürworter eines Rückzugs der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen.
  • Positionen zu Syrien, zu Nahost, dem internationalen Terrorismus oder dem Verhältnis zu China sind nicht hinterlegt.
  • Der Multimillionär wird als sehr konservativ beschrieben. Andererseits hat er als jahrelanger Präsident der Pfadfinder die Organisation für homosexuelle junge Mitglieder geöffnet.
  • Tillerson ist verheiratet, das Paar hat vier Kinder. Zu Beginn des Präsidentschaftswahlkampfs unterstützte Tillerson Jeb Bush.

Von RND/dpa/zys

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