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Politik Philippinen protestieren gegen Trump-Besuch
Nachrichten Politik Philippinen protestieren gegen Trump-Besuch
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09:46 13.11.2017
1000 Demonstranten gingen in Manila gegen Trump auf die Straße. Quelle: dpa
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Manila

Begleitet von Krawallen hat auf den Philippinen der Südostasien-Gipfel mit US-Präsident Donald Trump begonnen. In der Hauptstadt Manila zogen am Montag etwa 1000 Demonstranten durch die Straßen, um gegen den Besuch zu protestieren. Bei den Protesten waren zahlreiche anti-amerikanische Slogans zu sehen. Auch eine Trump-Puppe in Form eines Hakenkreuzes wurde durch die Straßen getragen. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein.

An dem Gipfel der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (Asean) nimmt Trump als Gast teil. Die Philippinen sind die letzte Station seiner fast zweiwöchigen Asien-Reise. Der Gastgeber des Gipfels, der philippinische Staatschef Rodrigo Duterte, appellierte an die Teilnehmer, im Kampf gegen internationalen Terrorismus und auch gegen Drogenkriminalität zusammenzustehen. Terrorismus bedrohe Frieden und Stabilität der gesamten Region. Drogenhandel gefährde das „Fundament unserer Gesellschaften“. Duterte ist wegen seines brutalen Vorgehens gegen Drogenkriminelle mit Tausenden Toten höchst umstritten.

US-Präsident Donald Trump und der philippinische Staatschef Rodrigo Duterte nach ihrem Vier-Augen-Gespräch. Quelle: AP

Am Rande des Gipfels standen zahlreiche Zweiergespräche auf dem Programm, auch ein Treffen zwischen Trump und Duterte. Menschenrechtler hatten den US-Präsidenten aufgefordert, dabei auch Dutertes „Drogenkrieg“ anzusprechen. Trumps Sprecherin Sarah Sanders sagte: „Menschenrechte kamen kurz im Zusammenhang mit dem Kampf der Philippinen gegen illegale Drogen zur Sprache.“ Ansonsten sei es um den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und Handelsfragen gegangen.

Der von Duterte initiierte Kampf gegen Drogenhandel hat Tausende das Leben gekostet. Dutertes Sprecher Harry Roque sagte dagegen, über Menschenrechte sei in der gut 40-minütigen Unterredung nicht gesprochen worden. Duterte habe über die „Drogenplage“ in seinem Land geredet. Trump habe dazu keine rechte Position gehabt, aber mehrfach zustimmend genickt.

Gutes Verhältnis zu Duterte

Roque sagte weiter, Trump habe wörtlich gesagt, er sei immer schon ein Freund der Regierung Duterte gewesen, anders als frühere Regierungen. Duterte hatte Trumps Vorgänger Barack Obama öffentlich als Hurensohn beschimpft. Trump sagte, er habe ein gutes Verhältnis zu Duterte, der auch seine Sache als Asean-Vorsitzender sehr gut mache.

Neben dem US-Präsidenten nehmen auch weitere Staats- und Regierungschef aus anderen Weltregionen an dem Südostasien-Gipfel teil, darunter Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew. Auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres ist in Manila dabei. Asean feiert in diesem Jahr 50-jähriges Bestehen. Der Gemeinschaft gehören insgesamt zehn Staaten an.

Im Entwurf für die Abschlusserklärung äußerten die Asean-Länder „große Sorge“ über den Korea-Konflikt. Zugleich forderten sie Machthaber Kim Jong Un auf, sein Atomprogramm aufzugeben und alle Resolutionen des UN-Sicherheitsrats einzuhalten.

Von dpa/RND

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