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Pfleger kritisieren Qualität der Pflege

Studie Pfleger kritisieren Qualität der Pflege

Es fehlt an Personal. Deshalb ist die Situation in der Pflege nach wie vor sehr schwierig. Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass sogar die Pflegekräfte selbst die Qualität ihrer Arbeit sehr kritisch bewerten. Aber das ist nicht das einzige Problem.

Pflegenotstand in Deutschland: Die bisherigen Reformen haben die Situation der Pflegekräfte nicht verbessert.

Quelle: dpa

Berlin. Die Menschen in der Pflegebranche fühlen sich von der Politik im Stich gelassen. Neun von zehn Pflegekräften glauben, die Pflege habe in der Politik nur einen geringen Stellenwert. Als Hauptprobleme werden der Personalmangel und die Pflegequalität genannt.

Das geht aus dem „Care Klima Index 2017“ hervor, der im Auftrag des Deutschen Pflegetags erstellt wurde. Analog zum ifo-Geschäftsklimaindex für die Wirtschaft soll der Index künftig regelmäßig die Stimmungslage in der Pflegebranche ermitteln.

Die meisten Mitarbeiter haben keine Hoffnung auf Besserung

Als größtes Problem sehen 80 Prozent der Pflegekräfte den Personalmangel in Krankenhäuern, Pflegeheimen und -diensten. Auch 72 Prozent der Ärzte, die mit Pflegenden zusammenarbeiten, sagen, es fehle Personal.

Als besonders negativ fällt im „Care Klima Index 2017“ das Urteil der Branche über die eigene Arbeit auf: Die Hälfte aller Befragten stuft die Qualität der Pflege als mittelmäßig ein, mehr als ein Viertel (28 Prozent) als mangelhaft. Zwei Drittel der Pflegekräfte haben keine Hoffnung, dass sich die Versorgung künftig verbessert.

Neue GroKo soll mindestens 40.000 neue Stellen schaffen

Dass selbst nach der großen Pflegereform die Stimmung so schlecht ist, ist für den Präsidenten des Deutschen Pflegerates, Franz Wagner, ein Indiz dafür, dass die Berufsgruppe der Pflegenden bisher vernachlässigt worden ist. Die Verbesserungen seien in erster Linie den Pflegebedürftigen und ihren Familien zugutegekommen, sagte er. Von der künftigen Regierung forderte er, schnell in mehr Personal zu investieren. Eine mögliche Große Koalition dürfe nicht hinter den Jamaika-Sondierern zurückbleiben, sagte Wagner. Union, Grüne und FDP hätten mit einer Milliarde Euro 40.000 neue Stellen finanzieren wollen.

Die Pflegereform, die das Budget der Pflegekassen um ein Fünftel erhöht hat, kommt laut der Umfrage beim Pflegepersonal bisher nicht an. 60 Prozent der Altenpflegekräfte spüren keine Verbesserungen im Berufsalltag. Von den befragten Vertretern der Pflege- und Krankenkassen glaubt hingegen fast die Hälfte, die Reformen erleichterten den Pflegealltag.

Für den „Care Klima Index 2017“ wurden im Herbst 2017 gut 2000 Menschen befragt. Den größten Anteil stellten Pflegekräfte, gefolgt von pflegenden Angehörigen, Pflegebedürftigen und Ärzten. Darüber hinaus wurden auch Apotheker, Kostenträger, Hersteller von Hilfsmitteln und branchenfremde Betriebe befragt. Es war die erste Befragung dieser Art zur Stimmung in der Pflegebranche, durchgeführt vom Nürnberger Marktforschungsinstitut Psyma Health & Care.

Von epd/RND

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