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Politik Panama entzieht Rettungsschiff „Aquarius 2“ die Zulassung
Nachrichten Politik Panama entzieht Rettungsschiff „Aquarius 2“ die Zulassung
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07:55 24.09.2018
Das Rettungsschiff Aquarius im Hafen in Senglea. Die Schifffahrtsbehörde Panamas kündigte an, dem Schiff die Registrierung zu entziehen. Quelle: Roberto Runza/XinHua/dpa
Panama-Stadt

Dem einzigen privaten Rettungsschiff im zentralen Mittelmeer wird nach Angaben Panamas auf Wunsch Italiens die Zulassung entzogen. Die panamaische Schifffahrtsbehörde teilte mit, die italienische Regierung habe angeführt, der Kapitän der „Aquarius 2“ habe sich Anweisungen widersetzt, wonach gerettete Migraten nach Libyen zurückgeschickt werden müssten.

SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen als die beiden Hilfsorganisationen, die die „Aquarius 2“ betreiben, haben erklärt, dass Libyen nicht die internationalen Standards zur Sicherheit erfüllt. Am Sonntag baten sie die Regierungen europäischer Länder darum, Panama zu versichern, dass Italiens Behauptungen unbegründet seien, oder dem Schiff eine neue Flagge auszustellen.

„Die Ankündigung verurteilt Hunderte Männer, Frauen und Kinder, die verzweifelt versuchen, sich in Sicherheit zu bringen, zu einem nassen Grab“, schrieben „Ärzte ohne Grenzen“ (MSF) auf Twitter. Die Organisation SOS Méditerranée forderte die EU-Regierungen auf, zugunsten der „Aquarius“ zu intervenieren. Der italienischen Innenminister Matteo Salvini bestritt, Druck auf Panama ausgeübt zu haben.

Null-Toleranz-Politik der italienischen Regierung

Die „Aquarius 2“ hatte in den vergangenen Tagen 58 Flüchtlinge und Migranten vor der Küste Libyens gerettet. Wo sie nun hingebracht werden können, war am Sonntagabend unklar. Italiens rechter Innenminister Matteo Salvini hat erklärt, keine privaten Rettungschiffe in den Häfen seines Landes anlegen zu lassen.

Die Schifffahrtsbehörde Panamas hatte am Wochenende mitgeteilt, den Prozess der Löschung der „Aquarius 2“, vormals „Aquarius“, aus dem Schifffahrtsregister des mittelamerikanischen Landes eingeleitet zu haben.

Salvini verfolgt seit Antritt der neuen italienischen Regierung im Juni eine Null-Toleranz-Politik gegen Migranten, die mit Booten versuchen, illegal Italiens Küsten zu erreichen. Der Minister der Rechtspartei Lega will diejenigen anzeigen, die illegale Einwanderung begünstigten. Zugleich bestritt er, in irgendeiner Weise auf Panama Druck ausgeübt zu haben. „Ich kenne nicht einmal die Vorwahl von Panama“, schrieb er.

Von RND/AP/dpa