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Politik Nordkorea will getestete Rakete in Serie produzieren
Nachrichten Politik Nordkorea will getestete Rakete in Serie produzieren
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07:56 22.05.2017
Nordkorea hat am Sonntag erneut eine Mittelstreckenrakete abgefeuert. Quelle: AP
Seoul

Nordkorea hat bestätigt, erneut einen „perfekten“ Raketentest durchgeführt zu haben. Nordkorea will nach eigenen Angaben die am Sonntag getestete neue Mittelstreckenrakete vom Typ Pukguksong-2 für den Einsatz stationieren. Sie soll mit Atomsprengköpfen bestückt werden können. Er habe sie als erfolgreiche strategische Waffe bezeichnet und „die Aufstellung dieses Waffensystems für den Einsatz“ gebilligt.

Das südkoreanische Militär hatte mitgeteilt, Nordkorea habe am Sonntag eine Rakete mit einer Reichweite von einigen hundert Kilometern ins Meer abgeschossen. UN-Resolutionen verbieten der kommunistischen Führung in Pjöngjang den Test von ballistischen Raketen, die je nach Bauart auch einen atomaren Sprengkopf tragen können.

Nach Berichten südkoreanischer Medien will sich der UN-Sicherheitsrat in New York am Dienstag mit dem neuen Raketenversuch befassen. Erst am 14. Mai hatte Nordkorea eine noch stärkere Mittelstreckenrakete eines anderen Typs getestet. Das Außenministerium in Seoul warf dem Nachbarland nach den beiden Tests Provokation vor.

Raketen sollen in Serie produziert werden

Kim Jong Un habe angesichts des Tests, den er persönlich überwacht habe, die strategische Aufgabe zum Ausbau der Atomstreitmacht erläutert, hieß es in den Berichten der Staatsmedien. „Jetzt, da die taktischen und technischen Daten die Anforderungen der Partei erfüllen, sollte dieser Raketentyp rasch in Serie produziert werden“, wurde er zitiert. Eine Pukguksong-2 hatte Nordkorea bereits im Februar getestet. Dabei soll es sich um eine Rakete mit Feststoffantrieb handeln. Die Raketen werden vorbereitet und sind dann schnell einsatzbereit.

Erst am 14. Mai hatte die kommunistische Führung Nordkoreas eine Mittelstreckenrakete testen lassen. Dabei hatte es sich nach eigenen Angaben um eine Rakete des Typs Hwasong-12 gehandelt, die einen atomaren Sprengkopf tragen und US-Gebiet treffen könne. Sie sei fast 800 Kilometer weit geflogen und habe eine Höhe von mehr als 2100 Kilometern erreicht. Der UN-Sicherheitsrat hatte den Raketentest - den achten des Landes in diesem Jahr - scharf verurteilt.

Trump droht mit Alleingängen

Nordkorea treibt die Entwicklung von Raketen voran, die nicht nur Südkorea und Japan treffen, sondern auch einen Atomsprengkopf bis in die USA tragen können. Die USA hatten erst von wenigen Tagen den Flugzeugträger „USS Ronald Reagan“ zu Patrouillenfahrten in die Gewässer nahe der koreanischen Halbinsel geschickt. Das Schiff soll sich nach Berichten südkoreanischer und amerikanischer Medien gemeinsam mit der „USS Carl Vinson“ an Übungen im Westpazifik beteiligen.

US-Präsident Donald Trump drohte mehrfach mit Alleingängen im Streit um das Atom- und Raketenprogramm Nordkoreas. Auch schloss er einen Militärschlag nicht aus. Pjöngjang wirft den USA vor, durch ihre gemeinsamen Militärmanöver mit Südkorea einen Angriff vorzubereiten, was beide Länder aber bestreiten. 

Von RND/dpa