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Politik Nordkorea provoziert mit erneutem Raketentest
Nachrichten Politik Nordkorea provoziert mit erneutem Raketentest
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14:09 05.04.2017
Ein nordkoreanischer TV-Sender zeigt den erneuten Raketentest. Quelle: AP
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Seoul

Kurz vor Gesprächen der USA und Chinas über Nordkorea hat Pjöngjang trotz Verboten erneut eine ballistische Rakete getestet. Sie sei am Mittwoch nahe Sinpo an der Ostküste abgefeuert worden und etwa 60 Kilometer in Richtung offenes Meer geflogen, teilte der Generalstab des südkoreanischen Militärs mit. Auch das US-Militär bestätigte den Start. Nach Angaben des US-Pazifikkommandos handelte es sich vermutlich um eine Mittelstreckenrakete des Typs KN-15. 

Japan protestierte gegen den erneuten Raketentest des Nachbarlandes. In Südkorea kam wegen des Tests der Nationale Sicherheitsrat zusammen. Das Raketen- und Atomprogramm Nordkoreas werden in der Region als große Bedrohung gesehen. 

Der Konflikt mit Nordkorea wird nach Angaben des Weißen Hauses auch ein Schwerpunkt des ersten Treffens von Präsident Donald Trump mit seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping am Donnerstag und Freitag in den USA sein. Das Atom- und Raketenprogramm Nordkoreas sei für Trump und die US-Regierung eine Angelegenheit von hoher Dringlichkeit, man wolle gerne gemeinsam mit China daran arbeiten, hieß es. Trump hatte kürzlich in einem Interview gesagt, notfalls würden die USA das Problem Nordkorea alleine und ohne China lösen

Regierung treibt Atomprogramm voran

Entgegen mehrerer UN-Resolutionen treibt die kommunistische Führung in Pjöngjang das Atomprogramm des Landes voran und entwickelt Raketen, die nicht nur Südkorea und Japan, sondern auch die US-Küste erreichen sollen. Nach Einschätzung von Experten bereitet das Land derzeit einen weiteren Atomtest vor, bisher hatte es fünf solcher Tests unternommen.

Nordkorea hatte Anfang März mehrere Testraketen bis in die Nähe der japanischen Küste geschossen. Ein weiterer Raketentest des Landes am 22. März war nach südkoreanischen Angaben fehlgeschlagen. Ballistische Raketen sind in der Regel Boden-Boden-Raketen, sie können aber auch von U-Booten abgefeuert werden. Sie befördern je nach Bauart konventionelle, biologische, chemische oder sogar atomare Sprengköpfe ins Ziel. 

Gabriel will mehr Druck auf Nordkorea

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat sich für mehr internationalen Druck auf Nordkorea ausgesprochen. Nordkorea müsse endlich seinen völkerrechtlichen Verpflichtungen nachkommen und die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats respektieren und umsetzen, sagte Gabriel den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland. „Dazu scheint das nordkoreanische Regime derzeit leider nicht bereit“, sagte Gabriel. „Deswegen müssen wir die Sanktionen weiter stärken.“

„Das menschenverachtende Regime in Pjöngjang unterdrückt die Menschen in Nordkorea auf brutalste Weise und ist eine Gefahr für die Stabilität in Ostasien“, fügte Gabriel hinzu. „Die unverantwortliche und völkerrechtswidrige Politik Pjöngjangs ist aber auch ein Risiko für Frieden und Sicherheit über die Region hinaus.“

„Klar ist, dass es eine grundsätzliche und nachhaltige Lösung des Konflikts nur mit diplomatischen Mitteln geben kann“, unterstrich Gabriel. Ziel der Sanktionen sei es, dass sich Nordkorea zu ernsthaften Gesprächen bereit erkläre. Gelinge dies, würden auch die besorgniserregenden Rufe nach einer militärischen Lösung verstummen, sagte Gabriel.

Von RND/dpa

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