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Politik Nordkorea dementiert Folter von Warmbier
Nachrichten Politik Nordkorea dementiert Folter von Warmbier
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11:28 23.06.2017
   Quelle: AP
Pjöngjang

 Nordkorea hat Vorwürfe dementiert, den gestorbenen US-Studenten Otto Warmbier während seiner Haftzeit brutal behandelt oder gefoltert zu haben. Die nordkoreanischen Behörden seien mit Warmbier gemäß nationalem Recht und internationalen Standards umgegangen, hieß es am Freitag in einem Artikel der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA, die die erste offizielle Reaktion des abgeschotteten Landes auf den Tod des jungen Amerikaners darstellte.

Der Student war während einer Reise nach Nordkorea festgenommen worden, weil er ein Propagandaplakat gestohlen haben soll. Im März 2016 wurde er zu 15 Jahren Haft mit Zwangsarbeit verurteilt. Nordkorea hatte ihn vergangene Woche freigelassen. Dies sei aus humanitären Gründen geschehen, hatte Pjöngjang mitgeteilt.

Anfang dieser Woche starb Warmbier im Krankenhaus, nachdem er nach Angaben seiner Eltern schon seit längerem im Koma gelegen hatte. Seine Angehörigen und andere machten Nordkorea für seinen Gesundheitszustand verantwortlich.

China verteidigt Bemühungen mit Nordkorea – USA fordern mehr Druck

Nach Äußerungen von US-Präsident Donald Trump über ein Scheitern der chinesischen Bemühungen im Umgang mit Nordkorea hat China seine Anstrengungen verteidigt. „China spielt eine wichtige Rolle und macht unverzichtbare Bemühungen“, sagte Außenamtssprecher Geng Shuang am Mittwoch vor der Presse in Peking.

Er reagierte auf einen Tweet von Trump, der den Einsatz von Chinas Präsident Xi Jinping lobte, den USA mit Nordkorea zu helfen, aber auch hinzufügte: „Es hat nicht geklappt. Zumindest weiß ich, dass China es versucht hat.“ Worauf sich Trump konkret bezog, war unklar. Sein Tweet folgte auf den Tod Warmbiers.

US-Außenminister Rex Tillerson legte am Mittwoch noch einmal nach. China müsse den Druck auf Nordkoreas Führung erhöhen, sagte er nach einem Treffen mit Vertretern Chinas in Washington. Nordkorea habe sich an einer Reihe von kriminellen Unternehmungen beteiligt, um seine Waffenprogramme zu finanzieren. Hier müsse Peking einschreiten. Tillerson forderte Nordkorea auch zu einem besseren Umgang mit dem eigenen Volk auf. „Wir bedauern, dass es vor allem die Nordkoreaner sind, die leiden.“ Die USA sähen das kommunistische Land als derzeit größte Bedrohung an.

China schlägt „zweigleisiges Vorgehen“ vor

China und die USA arbeiten auch daran, Nordkorea zu einer Aufgabe seines Atom- und Raketenprogramms und einer Wiederaufnahme von Verhandlungen zu bewegen. Zusammen mit China sollten alle für Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel arbeiten, sagte Sprecher Geng Shuang. Chinas Beitrag sei sichtbar und werde zunehmend von anderen Ländern unterstützt.

Für eine Verringerung der Spannungen habe China „ein zweigleisiges Vorgehen“ vorgeschlagen, betonte der Sprecher weiter. Er verwies damit auf den Vorschlag Pekings vom März, wonach Nordkorea zunächst seine Atom- und Raketenaktivitäten einfriert und die USA und Südkorea im Gegenzug ihre gemeinsamen großen Militärmanöver aussetzen.

Von RND/dpa