Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Politik Neuer Traditionserlass soll Bundeswehr modernisieren
Nachrichten Politik Neuer Traditionserlass soll Bundeswehr modernisieren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:45 27.03.2018
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) zu Besuch in Masar-i-Scharif, Afghanistan. Quelle: dpa
Berlin

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat sich für ein moderneres Selbstverständnis der Bundeswehr ausgesprochen. „Der alte Traditionserlass hat mit der Erfahrung heutiger junger Soldaten kaum mehr was zu tun. Deswegen mussten wir da ran“, sagte die Ministerin dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Der Traditionserlass von 1982 stamme aus Zeiten des Kalten Krieges. „Modernisieren heißt auch, sich unseres Selbstverständnisses immer wieder aufs Neue zu vergewissern.“ Der neue Traditionserlass soll am Mittwoch in Hannover unterzeichnet werden.

Von der Leyen sagte, es gehe mit dem neuen Erlass um 62 Jahre Geschichte der Bundeswehr. „Militärisches Handeln darf nie nur als Handwerk betrachtet werden, sondern es steht immer im politischen Zusammenhang. Die Trennlinie ist: Verteidigt militärisches Handeln unsere freiheitlichen Werte, oder stand es dazu im Gegensatz.“ Die Bundeswehr müsse ihre eigene Geschichte „entdecken, erzählen und aus ihr Vorbilder finden“.

„Wehrmacht kann niemals traditionsstiftend sein“

Mit Blick auf die Wehrmacht sagte die Ministerin: „Die Wehrmacht als Institution kann niemals traditionsstiftend sein“. Hinter ihr „stand ein verbrecherisches Regime“. Auf die Frage, ob der teils verehrte, teils umstrittene Weltkriegsgeneral Erwin Rommel noch traditionsstiftend sein könne, meinte von der Leyen: „Viele Historiker sagen ja, weil er am Ende widerstanden und verbrecherische Befehle dieses Regimes nicht umgesetzt hat.“

Mit Mitverweis auf die Tradition der NVA aus DDR-Zeiten sagte sie: „Als verlängerter Arm einer autoritären Obrigkeit kann die NVA als Institution nicht traditionsstiftend sein. Es gab aber auch in den Reihen der NVA hochanständige Persönlichkeiten, die zum Beispiel beim Fall der Mauer und kurz danach durch beherztes Eingreifen Gewalt gegen friedliche Demonstranten verhindert haben. Auch hier muss jeder Einzelfall abgewogen werden.“

Von RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Dass die Europäische Union die Verhandlungskapitel über Justiz, Grundrechte und Freiheit mit der Türkei immer wieder vertagte, war ein schwerer Fehler. Europa trägt daher Mitverantwortung für den Niedergang der Demokratie in der Türkei, meint Gerd Höhler.

27.03.2018
Politik EU-Türkei-Gipfeltreffen - Keine Annäherung im Zarenschloss

Das Essen war üppig, doch die Stimmung fiel frostig aus: Das Gipfeltreffen zwischen der EU und der Türkei in Warna zeigte wie zementiert die Positionen sind. Erdogan fordert die EU-Mitgliedschaft. Aber Brüssel ist nur zu weiteren Zahlungen im Rahmen des Flüchtlingsabkommen bereit.

27.03.2018

Ist ein EU-Beitritt für die Türkei noch erreichbar. Am Montagabend fand im bulgarischen Warna ein Treffen der EU-Spitze mit Staatspräsident Erdogan statt. Günter Verheugen, langjähriger EU-Kommissar für Erweiterungspolitik, sagt, wo die Probleme im Verhältnis zu Ankara und zu Moskau stecken.

27.03.2018