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Politik „Netanjahu kommt nicht, um Druck auszuüben“
Nachrichten Politik „Netanjahu kommt nicht, um Druck auszuüben“
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13:25 01.06.2018
Jeremy Issacharoff ist seit 2017 Botschafter Israels in Berlin. Quelle: dpa

Der Nahe Osten sei jeden Tag am Rande des Krieges, sagte der UN-Sondergesandte Nikolaj Mladenow mit Blick auf Gaza. Wie lange werden die Attacken dort weitergehen?

Die Attacken der vergangenen Wochen auf die Integrität unsrer Grenze, das Abfeuern von mehr als 100 Granaten und Raketen aus Gaza auf zivile Ziele in Israel, darunter einen Kindergarten, zeigen klar, wie explosiv die Lage dort ist. Auch die Bundesregierung hat die Angriffe verurteilt. Nun sind die Attacken wieder etwas zurückgegangen, ich hoffe, dass nun Ruhe einkehrt. Aber wenn Sie Terroristen als Nachbarn haben - und die Hamas ist eine terroristische Organisation, werden Sie nie mit Ruhe rechnen können.

Hat die Hamas überhaupt noch die Kontrolle über alle Radikalen in Gaza?

Die Hamas kontrolliert Gaza und ist deswegen verantwortlich für jede einzelne Rakete, die von dort abgefeuert wird. Wer sie abfeuert, ist erst einmal egal. Die Hamas ist auch für die katastrophalen Lebensverhältnisse der Menschen in Gaza verantwortlich. Die Menschen in Gaza sind Geiseln der Hamas.

Keine Toleranz gegenüber Antisemitismus

Premierminister Netanjahu kommt am Montag nach Berlin, um die Bundeskanzlerin von einer härteren Linie gegenüber Iran zu überzeugen. Hofft er, dass Deutschland und die EU-Länder auch aus dem Iran-Abkommen aussteigen?

Der Premierminister kommt nach Berlin, um die andauernden und vertrauensvollen Gespräche fortzusetzen, die Angela Merkel und er führen. Der Premier und die Kanzlerin reden jeden Monat, ihre engen Vertrauten fast täglich miteinander. Er kommt nicht, um Druck auszuüben, auch nicht in der Iran-Frage. Die Rolle Irans als destabilisierender Faktor in der Region durch Unterstützung bewaffneter Gruppen, die Lieferung von Raketen und die nuklearen Ambitionen bedrohen nicht nur Israel. Der Iran bedroht auch die gemäßigten arabischen Staaten in der Region. Auch die deutsche Regierung ist über die offenen kriegerischen Handlungen vom Iran besorgt. Israel hat sehr bestimmt auf die iranische Präsenz in Syrien reagiert und damit eine klare, unmissverständliche Antwort gesendet. Die USA haben das mit der Kündigung des Nuklearabkommens getan.

Das Berliner Abgeordnetenhaus hat gerade eine Resolution gegen Antisemitismus verabschiedet, die explizit auch Israelkritik verurteilt, wenn diese „delegitimierend und dämonisierend“ ist. Bringt das etwas?

Wir laden jeden ein, die israelische Politik zu kritisieren, wir sind eine pluralistische Gesellschaft. Es gibt aber eben auch Kritik an Israel, die mit einem antisemitischen Hintergrund vorgetragen wird. Jede Form von Antisemitismus sollte von jeder Stelle in Deutschland verurteilt werden. Es darf keinerlei Toleranz geben.

Von Jan Sternberg/RND

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