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Nachrichten Politik Netanjahu bedankt sich bei Palästinensern
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14:29 27.11.2016
Nichts ist ihnen geblieben: Eine Familie steht vor den Ruinen ihres Hauses. Quelle: afp
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Tel Aviv

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat den Palästinensern für Hilfe bei der Feuerbekämpfung gedankt, gleichzeitig aber Brandstiftern mit harten Maßnahmen gedroht. Seit Beginn einer landesweiten Brandserie nahmen israelische Sicherheitskräfte 35 mutmaßliche Brandstifter fest, die meisten davon aus den Palästinensergebieten. Ultrarechte Minister wollen als Reaktion israelische Siedlungen weiter ausbauen.

„Wir werden in aller Härte gegen jene vorgehen, die Brände legen“, sagte Netanjahu. Er setze sich für die Einrichtung einer internationalen Feuerwehr-Truppe ein, sagte der Ministerpräsident bei einer Kabinettssondersitzung in Haifa.

Feuerserie schwächt ab

Nach sechs Tagen sind die Großbrände in Israel und den Palästinensergebieten weitgehend eingedämmt. Am Sonntag kam es im Süden und Norden des Landes noch sporadisch zu Feuerausbrüchen. Nahe Sichron Jaakov ging eine Lagerhalle in Flammen auf.

Bedankt sich bei Abbas: Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Quelle: afp

Netanjahu dankte dem Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas für palästinensische Hilfe bei der Flammenbekämpfung. Die Palästinenser hatten acht Feuerwehrfahrzeuge und 40 Einsatzkräfte nach Israel geschickt. Palästinensische Repräsentanten wiesen den Vorwurf zurück, viele Brände seit Dienstag seien gezielt durch Palästinenser gelegt worden.

Israel will neue Siedlungen bauen

Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman sagte, 17 von 110 Bränden seien eindeutig durch Brandstiftung entstanden. Bei einem Besuch in der Siedlung Chalamisch, in der 1000 Einwohner ihre Häuser auf der Flucht vor den Flammen verlassen mussten, sagte Lieberman: „Die beste Antwort auf die Schäden und die verbrannten Häuser ist es, weiter zu bauen. Noch ein Haus und noch ein Haus.“ In der Siedlung waren 45 Häuser beschädigt worden.

Nur noch Schutt und Asche: Ein erschöpfter Feuerwehrmann vor den dampfenden Überresten des Feuers. Quelle: afp

Gilad Erdan, Minister für öffentliche Sicherheit, rief zur Zerstörung der Häuser von Brandstiftern auf. Erdan sprach von einer neuen Form des Terrors. Erziehungsminister Naftali Bennett von der Siedlerpartei sagte bei einem Besuch in Chalamisch: „Wir haben es hier mit einer Welle von nationalistischem Terror zu tun, von Feuer-Terroristen, die Juden töten und Angst und Schrecken säen wollen.“ Für jedes verbrannte Haus werde man „größere Häuser, mehr Häuser“ bauen, kündigte Bennett an.

Brände durch Nachlässigkeit entfacht

Nach Angaben israelischer Behörden wurde ein Teil der Brände bei besonders trockenem und windigem Wetter durch Nachlässigkeit entfacht.

In der am schwersten betroffenen Hafenstadt Haifa wurden nach Angaben des Rundfunks rund 1800 Wohnungen durch die Flammen beschädigt, mehr als 500 seien nicht mehr bewohnbar. Nach Angaben der Rettungskräfte wurden seit Dienstag mehr als 120 Menschen bei Bränden verletzt.

Von RND/dpa

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