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Politik Mysteriöse Akustik-Attacke macht Diplomaten krank
Nachrichten Politik Mysteriöse Akustik-Attacke macht Diplomaten krank
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17:16 11.08.2017
„Ungewöhnliche Symptome“: US-Botschaft in Havanna. Quelle: dpa
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Havanna

Die Symptome waren höchst ungewöhnlich. Mitarbeiter der amerikanischen sowie der kanadischen Botschaft in Kuba klagten über Kopf- und Ohrenschmerzen, einige erlitten sogar einen Hörverlust. Nun meinen Experten aus Washington und Ottawa, den Grund für die ungewöhnlichen Leiden ihrer Diplomaten in Kubas Hauptstadt Havanna gefunden zu haben. Die Mitarbeiter sollen einem „Akustik-Anschlag“ ausgesetzt worden sein. Wie der US-Sender CNN berichtet, waren die Diplomaten Schall offenbar ausgesetzt, der für das menschliche Ohr nicht hörbar, aber dennoch gesundheitsschädlich ist.

Wie aus einem Agentenfilm

Was klingt, als wäre es einem Agentenfilm aus dem Kalten Krieg entsprungen, wird in Washington durchaus ernst genommen. Eine Sprecherin des US-Außenministeriums bestätigte die Vorfälle, nannte jedoch keine Einzelheiten. Zwei Mitarbeiter mussten Kuba aufgrund ihrer Beschwerden verlassen, einer muss laut CNN seitdem ein Hörgerät tragen. Auch die Regierung in Kanada bestätigte am Freitag die Beschwerden. „Uns sind ungewöhnliche Symptome bekannt, die kanadisches und US-Botschaftspersonal und ihre Familien in Havanna betreffen“, sagte eine kanadische Regierungssprecherin. Mindestens ein kanadischer Diplomat sei im Krankenhaus behandelt worden.

Die Schallattacke kommt für die Beziehungen der USA und Kuba zu einem heiklen Zeitpunkt. Nach rund 50 Jahren Eiszeit nahmen die beiden verfeindeten Staaten erst 2015 wieder diplomatische Beziehungen auf. Obamas Nachfolger Donald Trump allerdings nahm die Annäherungspolitik teilweise wieder zurück. Der Vorfall hatte sogar bereits politische Konsequenzen. Zwei kubanische Diplomaten wurden im Mai aus den USA ausgewiesen. Die Regierung in Havanna weist bis heute jede Schuld von sich.

Schallattacken gegen Fußballfans

Akustik-Attacken sind auch in Deutschland nicht gänzlich unbekannt – wenn auch nicht in der Welt der Diplomatie. 2011 hatte ein Angestellter des Fußballklubs TSG Hoffenheim eigenmächtig eine Apparatur im Stadion installiert, um gegnerische Fans immer dann mit unhörbaren Hochfrequenztönen zu beschallen, wenn die Gästefans Schmähgesänge gegen Klubmäzen Dietmar Hopp anstimmen. Fußballfans klagten nach Stadionbesuchen über Hörstürze und Ohrenschmerzen. Der Mitarbeiter gestand die Tat. Er habe die jahrelangen Schmähgesänge gegen seinen Verein nicht länger ertragen, gab er zu Protokoll. Möglicherweise ging es den Kubanern ja gar nicht so ganz anders.

Von Dirk Schmaler/RND

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