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Politik Ministerpräsident Al-Abadi verkündet Befreiung von Mossul
Nachrichten Politik Ministerpräsident Al-Abadi verkündet Befreiung von Mossul
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20:21 10.07.2017
Der irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi (Mitte) vor den Toren der Stadt. Quelle: dpa
Mossul

Nach monatelangen Kämpfen hat Iraks Regierungschef Haidar al-Abadi die bisherige IS-Hochburg Mossul offiziell für befreit erklärt. Regierungstruppen hätten die Stadt vollständig eingenommen, sagte Al-Abadi am Montagabend in einer Fernsehansprache. „Aus dem Herzen Mossuls geben wir den Sieg bekannt“, sagte er. „Mit unserem Blut, unseren Opfern und unseren Anstrengungen haben wir den Irak, sein Land und seine Menschen befreit.“

Bereits am Sonntag hatte Al-Abadi den Irakern zu einem „großen Sieg“ in Mossul gratuliert. Dennoch gingen die Kämpfe gegen die Dschihadisten noch weiter. Die IS-Kämpfer hielten zum Schluss nur noch kleine Gebiete am Fluss Tigris.

Mit Mossul verliert der IS seine letzte große Hochburg im Irak und die größte Stadt, die er je unter Kontrolle hatte. Die Extremisten waren im Juni 2014 überraschend in Mossul eingefallen und hatten die Millionenmetropole innerhalb kürzester Zeit überrannt.

Hunderttausende Bewohner sind auf der Flucht

Menschenrechtler warnten, auch nach dem Sieg der Regierungstruppen in Mossul sei das Leiden der Zivilisten noch lange nicht beendet. Die Vereinten Nationen (UN) erklärten, noch immer seien rund 700 000 Menschen aus Mossul vertrieben und bräuchten Hilfe.

Nach Angaben des Norwegischen Flüchtlingsrates (NRC) harren noch immer Zehntausende Zivilisten in Mossul aus. Sie seien während der Kämpfe in der Stadt geblieben, auch weil die Flucht für sie zu gefährlich gewesen sei, sagte eine NRC-Sprecherin.

Bei den Gefechten um Mossul wurden den UN zufolge mehr als 900 000 Menschen aus der Stadt vertrieben. Um die 200 000 von ihnen konnten zurückkehren. Die humanitäre Krise sei noch nicht vorbei, sagte die UN-Koordinatorin für humanitäre Fragen im Irak, Lise Grande. Von 54 Stadtteilen in Mossul seien 15 stark und 23 mäßig zerstört. Vor allem in Westen der Stadt liegen ganze Viertel in Trümmern.

Der IS operiert noch in Westen des Iraks

Die Terrormiliz ist nun im Irak militärisch weitgehend geschlagen. Sie kontrolliert nur noch unbedeutendere Gebiete etwa an der Grenze zu Syrien, das sie ebenfalls zu Teilen erobert hatte. Experten rechnen damit, dass sich die IS-Anhänger in die großen Wüstengebiete im Westen des Iraks zurückziehen und dort Guerilla-Angriffe planen. Zudem ist die Miliz noch immer in der Lage zu Attentaten.

Von RND/dpa

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