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Politik Merkel: „Ich tue meinen Dienst für Deutschland“
Nachrichten Politik Merkel: „Ich tue meinen Dienst für Deutschland“
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19:46 20.11.2016
Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärt ihre Kandidatur als Spitzenkandidatin der CDU. Quelle: afp
Berlin

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird die CDU in den kommenden Bundestagswahlkampf als Spitzenkandidatin führen. Ja, sie will wieder Vorsitzende der CDU werden und Ja, sie will wieder Kanzlerin werden. Das verkündete sie am Sonntagabend in Berlin.

Immer und immer wieder wurde sie in den vergangenen Wochen und Monaten gefragt, an diesem Sonntag sei nun für Angela Merkel der geeignete Zeitpunkt zur Verkündung gewesen: Gut zehn Monate vor der Bundestagswahl gab die CDU-Chefin bekannt, für den Vorsitz ihrer Partei und für das Amt der Bundeskanzlerin erneut kandidieren zu wollen. „Ich habe unendlich viel darüber nachgedacht. Die Entscheidung ist nach elf Jahren im Amt alles andere als trivial.“

Merkel will über volle vier Jahre im Amt bleiben

Es gehe nicht um eine Entscheidung um einen Wahlkampf, es gehe um die Partei und um die Zukunft in Deutschland. Ihr Auftrag sei es, hinzuhören und für das Gemeinwohl zu arbeiten. „Für ein gutes und starkes Deutschland – heute und morgen.“ Und das über volle vier Jahre.

Merkel erinnerte sich an Worte, die sie bei ihrer ersten Kandidatur habe gesagt habe: Sie wolle Deutschland dienen. Daran habe sie sich stets orientiert. „Das leitet mich heute in diesen schwierigen, unsicheren Zeiten.“

Kommende Wahl werde außergewöhnlich schwierig

Fest steht für die CDU-Vorsitzende: Diese Wahl werde schwierig wie keine zuvor. „Wir werden es mit Anfechtungen von allen Seiten zu tun haben.“ Rechte Tendenzen, Angriffe von links. Auch international drohen Angriffe „auf die Art, wie wir leben.“ Die Europäische Union stehe vor schwierigen Zeiten. Die Weltlage müsse sich nach den US-Wahlen und dem schwierigen russischen Verhältnis erst wieder neu ordnen.

Angela Merkel erwartet einen besonders schwierigen Wahlkampf. Quelle: dpa

„Kein Mensch alleine, auch nicht mit größter Erfahrung, kann die Dinge in Deutschland, Europa und der Welt zum Guten wenden.“ Es gehe um Fortschritt, und das geschehe auf Grundlage der demokratischen Werte. „Erfolge zu erzielen, das geht nur gemeinsam.“ Die hohen Erwartungen an ihre neue Amtszeit „ehrt mich zwar, aber ich empfinde es auch sehr stark als grotesk und geradezu absurd.“

„Wir sind in der Phase technischer Umwälzungen“

Angela Merkel wolle das Land weiterentwickeln und auf die aktuellen Situationen reagieren. So wie in den vergangenen Jahren. Ihre Bilanz könne sich schließlich sehen lassen, betonte Merkel: die Arbeitslosenzahlen wurden halbiert, es gab keine neuen Schulden, die Ausgaben für Forschung wurde verdoppelt, sagt die Kanzlerin. Die Aufgaben seien besonders im Hinblick der digitalen Herausforderungen groß. „Wir sind in der Phase technischer Umwälzungen. Dazu müssen wir die richtigen Leitplanken einziehen – besonders im Hinblick auf die Globalisierung.“ Andernfalls drohe Deutschland abgehängt zu werden.

Bestens gelaunt: Ursula von der Leyen (r.) und David McAllister verfolgen die Erklärung von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Quelle: afp

Für die CDU sei sie nicht die einzige potenzielle Kandidatin gewesen. Es gebe in einer Demokratie immer jemanden, der „Stäbe übernehmen kann“, sagte Merkel. „Ich werfe Erfahrung, Kenntnis und neue Ideen in die Wagschlage – das hat mich zur Kandidatur bewogen.“ Sie brauche lange und ihre Entscheidungen fielen – „dann stehe ich aber auch dazu.“

Von RND/Carsten Bergmann

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