Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Politik Melania Trump kritisiert US-Asylpolitik
Nachrichten Politik Melania Trump kritisiert US-Asylpolitik
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:07 18.06.2018
First Lady Melania Trump kritisiert die Politik ihres Mannes. Quelle: dpa
Washington

Die Frau des US-Präsidenten Donald Trump, Melania Trump, hat in der US-Flüchtlingsdebatte zu mehr Mitgefühl aufgerufen. Mit Blick auf Dutzende Kinder, die im Süden der Vereinigten Staaten getrennt von ihren Eltern festgehalten werden, ließ sie mitteilen, die USA sollten ein Land sein, das „mit Herz regiert“.

Ihre Sprecherin Stephanie Grisham erklärte, Trump „hasse es, Kinder getrennt von ihren Familien zu sehen“. An die US-Politik gewandt hieß es, sie hoffe, auf beiden Seiten am Verhandlungstisch werde man gemeinsam zu einer erfolgreichen Einwanderungsreform finden.

Justizminister Jeff Sessions hatte eine „Null-Toleranz“-Politik angeordnet, die die strafrechtliche Verfolgung eines jeden Falls zum Ziel hat und damit auch aus Lateinamerika zugewanderte Familien betrifft, da die Eltern so letztlich abseits der Kinder in Gefängnissen untergebracht werden könnten. In einem Zeitraum von sechs Wochen im April und Mai wurden fast 2000 Kinder von ihren Eltern getrennt.

Ehemalige First Lady Laura Bush mischt sich ein

Auch die frühere First Lady Laura Bush hat sich in die Debatte eingebracht. Zugewanderte Familien entlang der Grenze zu Mexiko in Gruppen von Eltern und Kindern zu trennen, sei „brutal“ und „unmoralisch“. „Es bricht mir das Herz“, schrieb sie in einem Gastbeitrag für die Zeitung „Washington Post“ am Sonntag. Laura Bush ist die Ehefrau von Ex-Präsident George W. Bush, der die USA von 2001 bis 2009 regierte.

„Ich erkenne an, dass es nötig ist, unsere internationalen Grenzen zu stärken und zu schützen, aber diese Null-Toleranz-Politik ist brutal“, erklärte Bush. Die US-Regierung dürfe nichts damit zu tun haben, Kinder in umgebauten Warenlagern oder in Zeltstädten in der Wüste außerhalb von El Paso unterzubringen.

Sie verglich die Zustände mit der Internierung japanischstämmiger Amerikaner im Zweiten Weltkrieg. Die Zustände jetzt seien auf unheimliche Weise eine Erinnerung daran - die Lager im Zweiten Weltkrieg würden mittlerweile als „eines der beschämendsten Kapitel in der US-Geschichte“ verstanden.

Menschenrechtsaktivisten sprechen von verheerenden Zuständen

Der US-Grenzschutz machte am Sonntag eine Unterkunft im Süden von Texas für Journalisten zugänglich. Rund 200 Menschen darin waren unbegleitete minderjährige Migranten, weitere 500 „Familieneinheiten“ aus Eltern und Kindern. Familien mit Minderjährigen unter fünf Jahren sei es in den meisten Fällen erlaubt, zusammenzubleiben, sagte der Grenzschutzchef im texanischen Rio Grande Valley, dem südlichsten Zipfel von Texas. Dort versuchen die meisten Migranten, illegal in die USA zu gelangen.

Reporter beschrieben die Unterkünfte als durch Metallzäune erschaffene Käfige. In einem seien 20 Kinder untergebracht gewesen, Wasserflaschen und Chipstüten hätten herumgelegen. Den Journalisten war es nicht erlaubt, mit den Betroffenen zu sprechen.

Menschenrechtsaktivisten sprachen zum Teil von verheerenden Zuständen. Michelle Brané von der Gruppe Women's Refugee Commission berichtete von einer 16-Jährigen, die sich mehrere Tage lang um ein ihr unbekanntes Kleinkind kümmerte und anderen Kindern beibrachte, wie man Windeln wechselt. Erst nachdem ein Anwalt Fragen gestellt hätte, seien das Kleinkind und dessen Tante wiedervereint worden.

Von RND/ap