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Nachrichten Politik Spanische Polizei nennt Namen von Flüchtigem
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10:24 19.08.2017
In Barcelona ist die Sicherheitslage weiterhin angespannt.
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Barcelona

Die spanischen Behörden suchen nach Younes Abouyaaqoub, einem der Verdächtigen des Anschlags in Barcelona. Wie CNN berichtete, veröffentlichten die Ermittler den Namen des mutmaßlichen Attentäter am Sonnabendvormittag. Es könnte sich dabei um den 22-jährigen Hauptverdächtigen handeln.

Auch die fünf in Cambrils erschossenen Männer seien mittlerweile identifiziert, twitterte die Polizei in der Nacht zum Sonnabend, darunter seien Moussa Oubakir, Said Aallaa und Mohamed Hychami. Damit klären sich auch die Spekulationen um den mutmaßlichen Fahrer des Lieferwagens in Barcelona langsam. Bisher galt der 17 Jahre alten Moussa Oukabir als Fahrer des Mordautos. Spanische Medien und die britische BBC hatten bereits berichtet, er sei tot.

Vier Verdächtige sitzen weiterhin in Haft. Darüber hinaus sind bei der Explosion eines Hauses am Mittwoch zwei Menschen getötet worden. Medien berichten derweil von einer neunköpfigen Terrorzelle, Behörden von zwölf möglichen Tätern.

Eine neue Spur, die von den Ermittlungsbehörden verfolgt wird, führt angeblich nach Frankreich. Wie der Deutschlandfunk berichtet, wird laut französischen Polizeikreisen nach einem weißen Lieferwagen gesucht. Mit ihm könnte einer der Beteiligten nach Frankreich gefahren sein.

Mutmaßen um Fahrer des Mordautos

Gesichert hingegen ist mitterweile, dass die mutmaßlichen Angreifern einen viel größeren Anschlag geplant hatten. Daraus weisen die in einem Haus in Alcanar gelagerten Gasflaschen hin, das am Mittwoch explodierte. Die Tat wäre viel blutiger verlaufen, wenn es zuvor nicht zu der unbeabsichtigten Explosion gekommen sei, so die Polizei.

Vier Verdächtige stammen aus der Kleinstadt Ripoll

Vier Mitglieder der mutmaßlichen Terrorzelle sind nach Polizeiangaben marokkanischer Abstammung. Ein entsprechendes Dokument mit Details zur Identität der Männer sei an alle Polizeistationen in Spanien herausgegangen, sagte ein Mitarbeiter der Polizeigewerkschaft. Die vier, darunter auch Oukabir, kämen aus der Stadt Ripoll an der Grenze zu Frankreich. Oukabir habe neben der spanischen auch die marokkanische Staatsbürgerschaft. Die drei anderen seien in Marokko geboren worden und hätten ihren Wohnsitz in Spanien.

factbox

Das sind die offenen Fragen

DIE IDENTITÄT DER MUTMASSLICHEN TERRORISTEN: Die Polizei geht nach eigenen Angaben von einer zwölfköpfigen Zelle aus. Fünf der mutmaßlichen Attentäter seien bei dem Anti-Terror-Einsatz in Cambrils getötet worden. Vier wurden demnach verhaftet, zwei weitere starben möglicherweise bei der Explosion in Alcanar. Nach einem weiteren Verdächtigen wird nach übereinstimmenden Medienberichten gefahndet. Er könnte in Richtung Frankreich geflüchtet sein - auch die dortige Polizei wurde alarmiert.

WER IST DER HAUPTTÄTER? Die Sicherheitskräfte teilten mit, sie fahndeten nach einem 17-jährigen mit dem Namen Moussa Oukabir als Haupttäter. Er soll seinem älteren Bruder dessen Pass gestohlen und damit den Transporter angemietet haben, mit dem der Terroranschlag auf der Flaniermeile Las Ramblas verübt wurde. Ob er auch selbst der Fahrer war, blieb unklar.

WAS IST DAS MOTIV? Die spanische Polizei spricht von einem Terroranschlag. Die auf dschihadistische Propaganda spezialisierte Site Intelligence Group berichtete, IS-Anhänger hätten in sozialen Netzwerken den Anschlag ähnlich gefeiert wie seinerzeit die Attacke in Manchester.

BEFAND SICH DAS ZENTRUM DER TERRORZELLE IN ALCANAR? Dies berichtete die Zeitung «El País». Die Polizei vermute, dass in dem durch eine Explosion zerstörten Gebäude im äußersten Süden der Region Katalonien ein Sprengsatz gebaut wurde, so das Blatt. Die Polizei sprach von «klaren» Verbindungen. Am Freitag fanden Ermittler weitere «biologische Überreste» - möglicherweise eine weitere Leiche. Laut «El País» wurden in dem Gebäude etwa 20 Gasflaschen gelagert. Zudem seien Spuren des Sprengstoffs TATP entdeckt worden. Triacetontriperoxid wurde bei früheren Terroranschlägen in London und Paris benutzt.

Derweil werden auch Details zu den Opfern der Abschläge bekannt. Unter den Todesopfern des Anschlags in Barcelona waren zwei Italiener, ein Amerikaner und eine Frau aus Belgien. Die Nationalität der übrigen Opfer ist weiterhin nicht bekannt. 13 Deutsche erlitten bei dem Anschlag in Barcelona Verletzungen, wie das Auswärtige Amt erklärte. Sprecher Martin Schäfer sagte, einige hätten schwere Verletzungen erlitten und kämpften um ihr Leben. Medienberichte, wonach auch Deutsche getötet worden seien, könne er nicht bestätigen. Auszuschließen sei es nicht.

Die Zahl der Opfer könnte noch weiter steigen. 17 der mehr als 100 Verletzten in Barcelona waren am Freitag noch in kritischem Zustand.

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