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Mehr Kriegsverletzungen in Afghanistan

UN-Bericht Mehr Kriegsverletzungen in Afghanistan

In Afghanistan nimmt die Zahl der Kriegsverletzungen zu. Das vermelden die Vereinten Nationen. Bis November seien 69 000 Fälle registriert worden. Der UN-Sicherheitsrat schätzt Afghanistan nicht mehr als „Post-Konfliktland“ ein, sondern als ein Land im Krieg.

Sicherheitskräfte untersuchen am 31.05.2017 in Kabul nach einen Autobombenanschlag den Anschlagsort nahe der deutschen Botschaft.

Quelle: dpa

Kabul. Der verschärfte Krieg in Afghanistan lässt auch die Anzahl der Verwundeten nach oben steigen. Bis Mitte November meldeten Kliniken und Organisationen im Gesundheitssektor schon 69 000 Fälle, 21 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das berichtete die UN-Agentur zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) am Sonntag.

Angesichts eines Vormarsches der Taliban werfen die USA in diesem Jahr etwa dreimal so viele Bomben und Raketen auf Afghanistan ab wie 2016. Dabei gibt es auch mehr zivile Opfer. Zuletzt verzeichneten die Vereinten Nationen im Tagesschnitt 80 „Konfliktvorfälle“ im Land. Zwischen Januar und Ende September gab es mit 12 900 Vorfällen gut fünf Mal so viel wie 2008. In einem Bericht an den Sicherheitsrat hatten die UN kürzlich ihre Einstufung Afghanistans von „Post-Konfliktland“ zu Land im Krieg geändert.

Der frühere afghanische Präsident Hamid Karsai machte die USA für den andauernden Krieg und auch das Erstarken der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in seinem Land mitverantwortlich. Die Aufstockung der US-Truppen in Afghanistan sei keine Lösung, sagte Karsai in einem Interview des Publizisten Jürgen Todenhöfer, das am Samstag von der „Berliner Zeitung“ abgedruckt wurde.

Sein Land sei „Schauplatz der Konfrontation ausländischer Mächte“, sagte Karsai. „Die größten Hürden für den innerafghanischen Friedensprozess sind die USA und Pakistan.“ Der Krieg der USA erzeuge Wut im Land und sei kontraproduktiv. Um im Krieg gegen den Terror erfolgreich zu sein, müssten die USA „die Zusammenarbeit mit maßgeblichen Mächten wie Russland, China und dem Iran suchen“.

Auf Drängen der USA wollen die Nato-Staaten die Anzahl ihrer Soldaten im Afghanistaneinsatz von 13 000 auf 16 000 steigern, wobei die USA den Löwenanteil der Verstärkung stellen. Außerdem haben die USA unabhängig vom Nato-Ausbildungseinsatz Kampftruppen in Afghanistan. Die Taliban haben in diesem Jahr ihren Herrschaftsbereich im Land ausgebaut.

Von dpa/RND

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