Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Politik Mehr Hilfe für die Kinder
Nachrichten Politik Mehr Hilfe für die Kinder
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:17 19.02.2018
Flüchtlingskind aus Südsudan. Quelle: AP
Anzeige
Berlin

Die Zahlen sind erschreckend – und werden doch meist mehr zur Kenntnis als sich zu Herzen genommen: 357 Millionen Kinder leben in Konfliktgebieten. Dazu kommen viele Millionen, die vor Krieg und Terror fliehen. Hinter jeder Zahl steht ein Kind, das um sein Überleben fürchtet, das teils traumatische Erlebnisse verarbeiten muss und von dem wir doch erwarten, dass es später friedlich mit der Welt koexistiert.

Erfahrungen in unseren Projekten zeigen: Wer aus Syrien flieht, wer als Rohingya verfolgt wird, wer in Afghanistan aufwächst, braucht ganz besondere Schutzsysteme, die bei der Rehabilitation und Traumaverarbeitung helfen. Als Kindernothilfe stehen wir solchen Mädchen und Jungen zur Seite.

Eine neue Rüstungspolitik

Aber es gibt und gilt deutlich mehr zu tun! Wenn Kinder als Schutzschilde missbraucht und Schulen bombardiert werden, wenn Zehnjährige Sprengstoffgürtel tragen, wenn in den Armeen Minderjährige kämpfen, dann müssen wir politisch laut werden. Organisationen aus Deutschland können bei der Friedenserziehung helfen – stattdessen liefert die Bundesrepublik Waffen, auch in Krisenregionen. Hier braucht es eine komplett neue Rüstungsexportpolitik. Staaten, die gegen das Völkerrecht und internationale Abkommen verstoßen, müssen konsequent Sanktionen spüren, nicht wirtschaftliche Wohltaten. Und die Entwicklungszusammenarbeit muss viel mehr in Programme für Kinder in Konflikten investieren als in die Abschottung vor Geflüchteten. Konsequenzen tun not. Um der Kinder willen.

Carsten Montag ist stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kindernothilfe.

Von Carsten Montag

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Washington gibt dem Kreml die Schuld an der Cyberattacke „NotPetya“. Der Virus richtete Schäden in Milliardenhöhe an und befiel weltweit agierende Reedereien und Transportunternehmen. Auch andere Länder sehen Russland als Urheber der Attacke.

19.02.2018
Politik Vorschlag der Regierungskommission - Steuerzahler soll für Diesel-Nachrüstung aufkommen

Berater der Bundesregierung ziehen für die Nachrüstung von Diesel-Autos eine Finanzierung durch öffentliche Gelder in Erwägung. Die Autohersteller lehnten es bisher ab, für die Modernisierung aufzukommen.

19.02.2018

Seit mehr als zwei Jahren herrschen Unruhen in Teilen Äthiopiens. Zuletzt wollte der ostafrikanische Staat mit der Freilassung politischer Gefangener einen Schritt in Richtung Stabilität gehen. Doch die Proteste setzten sich fort. Nun erklärte Regierungschef Desalegn überraschend seinen Rücktritt, um den Weg für Reformen freizumachen.

19.02.2018
Anzeige