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Politik McCain hält Putin für gefährlicher als den IS
Nachrichten Politik McCain hält Putin für gefährlicher als den IS
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17:11 30.05.2017
Der republikanische Senator John McCain. Quelle: dpa
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Sydney

Der amerikanische Senator John McCain hat die Bündnispartner der USA aufgerufen, seinem Land trotz Irritationen über das Verhalten von Präsident Donald Trump weiter beizustehen. Bei einer Rede in Sydney bemühte sich der einflussreiche Republikaner am Dienstag, Wogen im amerikanisch-australischen Verhältnis zu glätten, äußerte sich aber auch allgemeiner: „Ich verstehe, dass einige Aktionen von Präsident Trump die Freunde Amerikas beunruhigt haben. Sie haben auch viele Amerikaner beunruhigt.“

McCain sprach auf einer Veranstaltung des United States Studies Centre. Er sagte, die USA gingen durch eine „grobe Phase“ und er verstehe, dass sich Verbündete der USA fragten, ob sein Land noch an seinen Grundprinzipien festhalte. McCain nannte hier insbesondere das Eintreten für die Wahrheit gegen Unwahrheit und für die Freiheit gegen Unterdrückung. Er rief Australien auf, zu den USA zu halten, „um uns zu ermutigen, dem treu zu bleiben, was wir am Besten können und uns daran zu erinnern, was auf dem Spiel steht.“

Weiter sagte er: „In meinem Land gibt es eine echte Debatte darüber, welche Rolle Amerika in der Welt spielen sollte. Und offen gesagt: Ich weiß nicht, wie diese Debatte ausgehen wird. Aber ich glaube - und ich denke nicht, hier zu übertreiben - dass die Zukunft der Welt in einem großen Ausmaß davon abhängt, wie diese Debatte entschieden wird. Deshalb kämpfen andere und ich so hart darum, dass Amerika zu seinen Verbündeten steht und eine aktive, von Prinzipien geleitete Führungsrolle in der Welt einnimmt.“

McCain, Vorsitzender des Streitkräfteausschusses und einer der schärfsten parteiinternen Trump-Kritiker, hat sich sehr für ein intaktes Verhältnis der USA mit Australien eingesetzt. Er reagierte damit auf ein Telefongespräch Trumps mit dem australischen Ministerpräsidenten Malcolm Turnbull, in dem es zu Beginn von Trumps Amtszeit in sehr gereiztem Ton um Flüchtlinge ging.

Putin die „erste und wichtigste Bedrohung, mehr noch als der IS“

Beim australischen Fernsehsender ABC hatte McCain mit einer Äußerung über Russlands Staatspräsidenten Vladimir Putin zuvor für Aufsehen gesorgt. Laut des Republikaners sein Putin für eine größere Bedrohung für die weltweite Sicherheit halte als die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). „Ich denke, er ist die erste und wichtigste Bedrohung, mehr noch als der IS“, sagte McCain Bezug nehmend auf die mutmaßliche russische Einflussnahme auf die US-Wahl.

Zwar tue der IS „schreckliche Dinge“, so McCain, doch die versuchte russische Einflussnahme auf das Wahlergebnis in den USA wäre darauf ausgelegt gewesen, die „Grundlagen der Demokratie zu zerstören“. Auch der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine sei für McCain ein Zeichend er Gefährlickeit Putin.Daher sei der russische Präsident für ihn „die größte Herausforderung, die wir derzeit haben“.

Von fw/RND/dpa

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