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Politik Martin Schulz wechselt nach Berlin
Nachrichten Politik Martin Schulz wechselt nach Berlin
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09:53 24.11.2016
Wird als möglicher Kanzlerkandidat der SPD gehandelt: Martin Schulz. Quelle: dpa
Berlin/Brüssel

Der SPD-Europapolitiker Martin Schulz wechselt in die Bundespolitik. Er werde seinen Posten in Brüssel aufgeben und bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr auf Platz eins der Landesliste Nordrhein-Westfalen kandidieren, sagte Schulz am Donnerstag in Brüssel. Der Politiker ist seit 2012 Präsident des Europaparlaments.

Zuvor hatten bereits die „Süddeutsche Zeitung“ und die „ARD-Tagesschau“ über einen bevorstehenden Wechsel des Rheinländers nach Berlin berichtet.

Weiterhin offen ist demnach die Rolle, die Schulz in der Bundespolitik für die SPD übernehmen könnte. Er wird als möglicher Kanzlerkandidat und als neuer Außenminister gehandelt - möglicherweise auch in Personalunion.

Schulz oder Scholz?

Bei der Suche nach einem SPD-Kanzlerkandidaten gilt Schulz als mögliche Alternative zum Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel. Im Gespräch ist er auch als Nachfolger für Außenminister Frank-Walter Steinmeier, den die große Koalition als gemeinsamen Kandidaten für die Wahl zum Bundespräsidenten im kommenden Februar aufgestellt hat.

Vizekanzler Gabriel hat als SPD-Chef den ersten Zugriff in der „K-Frage“. Er scheint aber noch unentschieden, ob er antritt. Würde Gabriel wie 2013 angesichts mäßiger Beliebtheitswerte zurückziehen, könnte Schulz' Stunde schlagen. Als weiteren Aspiranten nennt die „Süddeutsche“ Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz.

SPD-Entscheidung eigentlich erst im Januar

Bislang hieß es aus der SPD, die Partei wolle sich von Angela Merkels erneuter Kanzlerkandidatur nicht unter Druck setzen lassen und erst Ende Januar entscheiden, wen sie gegen die CDU-Amtsinhaberin ins Rennen schickt.

Diese Frage solle auf einer Vorstandsklausur geklärt werden, beschloss die SPD-Spitze am Montag einstimmig. Auch die Festlegung auf einen Nachfolger für Steinmeier wurde für die zweite Januarhälfte avisiert. Doch womöglich geht es nun noch schneller.

Das ist Martin Schulz

  • Schulz ist seit 1974 SPD-Mitglied. Er gilt als leidenschaftlicher Europapolitiker und beherrscht sechs Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Holländisch).
  • In dem kleinen Ort Würselen bei Aachen war er von 1987 bis 1998 Bürgermeister und Buchhändler. Dann begann in Brüssel der Aufstieg von „Mister Europa“, bis an die Spitze des EU-Parlaments.
  • 2012 übernahm er den Vorsitz des EU-Parlaments. Infolge einer 2014 vereinbarten Ämterrotation soll Schulz Anfang 2017 seinen Posten abgeben und dann für einen Christdemokraten in Brüssel Platz machen.
  • Während seiner Zeit in Brüssel und Straßburg schärfte Schulz sein außenpolitisches Profil und steigerte seinen Bekanntheitsgrad in Deutschland - auch weil der 60-Jährige kein Blatt vor den Mund nimmt.
  • 54 Prozent der Deutschen wünschen ihn sich laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag des „Stern“-Magazins als zukünftigen Außenminister, falls Steinmeier ins Schloss Bellevue einzieht.
  • In Teilen der SPD wird Schulz als der bessere Kanzlerkandidat im Vergleich zu Gabriel gesehen.

Von dpa/afp/RND/zys

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