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Mafiahauptstadt Valletta

Speakers’ Corner Mafiahauptstadt Valletta

Maltas Kapitale hat gerade mal 6000 Einwohner – und ist doch in diesem Jahr das kulturelle Zentrum Europas. Dabei hat die Stadt massiv mit Korruption und Kriminalität zu kämpfen.

Neujahrsfeier in Valletta: Schon im Januar startet das offizielle Kulturhauptstadtprogramm.

Quelle: imago/Xinhua

Valletta. Europa blickt auf Malta. Denn im neuen Jahr ist Valletta europäische Kulturhauptstadt – neben dem niederländischen Leeuwarden. Valletta ist mit gerade einmal 6000 Einwohnern die kleinste Hauptstadt in der Gemeinschaft. Am 20. Januar startet das offizielle Programm „Valletta 2018“ – 1000 lokale und internationale Künstler sind gebucht, nicht weniger als 600 Veranstaltungen geplant: Musik, Theater, Kunst und Tanz beleben dann die historischen Plätze der Stadt. Doch für das gerade einmal 430 000 Einwohner zählende Land ist es ein „inselweites Fest“, wie die Tourismusbehörde propagiert.

Seit 2013 hat Malta 50 Millionen Euro investiert, um sich auf das Jahr als europäische Kulturhauptstadt vorzubereiten. 1,5 Millionen Euro steuert die EU bei. Valletta pumpte das meiste Geld in Renovierungs- und Verschönerungsarbeiten, lediglich 10 Millionen kamen der Kultur zugute.

Maltas Wirtschaftswachstum ist beeindruckend: Die als Steuerparadies verrufene Insel hat es geschafft, ausländische Firmen mit günstigen Staatsabgaben zu sich zu locken. Die Geschäfte sind nicht immer sauber. Zunehmend muss sich Malta auch Korruptionsvorwürfen stellen. 2017 wurde die Enthüllungsjournalistin und Bloggerin Daphne Caruana Galizia durch eine Autobombe ermordet. Seit 2010 hat es 19 solcher Attentate gegeben, die Mafia ist sehr aktiv. Auch Premierminister Joseph Muscat geriet in die Kritik: Seine Frau soll für ein Energiegeschäft mit Aserbaidschan Schmiergeld erhalten haben, außerdem stehen er und seine Regierung in Zusammenhang mit den Enthüllungen der sogenannten Panama Papers um Briefkastenfirmen und Steuerumgehungsmodelle. Die positive Aufmerksamkeit als europäische Kulturhauptstadt kommt dem Regierungschef da sehr gelegen.

Von Mirjam Moll

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