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Politik MH17 wurde von russischer Rakete abgeschossen
Nachrichten Politik MH17 wurde von russischer Rakete abgeschossen
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14:41 28.09.2016
Die Passagiermaschine mit Flugnummer MH17 ist mit einer russischen Luftabwehrrakete abgeschossen worden. Quelle: AFP
Utrecht

Die Buk-Rakete sei vom Gebiet der pro-russischen Rebellen abgefeuert worden und die Abschussrampe anschließend nach Russland zurückgebracht worden, teilten die internationale Untersuchungskommission am Mittwoch im niederländischen Nieuwegein mit. „Das können wir überzeugend beweisen“, sagten die Ermittler. Die Erkenntnisse stützten sich auf die Auswertung von Satellitenbildern und Informationen der Geheimdienste.

Moskau wies erneut jegliche Verantwortung zurück und beschuldigte stattdessen die Ukraine. Neue russische Radardaten zeigten, dass die Boeing 777 nicht von Gebiet der prorussischen Separatisten aus beschossen worden sei, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch. Er sprach von „unwiderlegbaren Beweisen“. Russland hat in der Zeit seit der Tragödie widersprüchliche Angaben zum möglichen Hergang gemacht. Gezielt wurden immer kurz vor Veröffentlichung offizieller Berichte neue angebliche Beweise in Umlauf gebracht.

Ermittlungen noch nicht abgeschlossen

Die Staatsanwaltschaft verfolge rund 100 Menschen, die in den Vorfall verwickelt sein sollen. Das berichtet die „BBC“. Namen von Verdächtigen nannte die Staatsanwaltschaft nicht. Die Ermittlungen seien auch noch nicht abgeschlossen. Die Untersuchungsergebnisse dienten als Grundlage für einen möglichen Strafprozess, hieß es dort weiter. Angehörige der Opfer berichteten über die Präsentation der Ergebnisse: „Sie erzählten uns, wie die Buk-Rakete transportiert wurde und wie sie mittels Aufzeichnungen von Telefon-Gesprächen, Film- und Fotomaterial zu den Erkenntnissen kamen“, erzählte Robby Oehler der „BBC“. Er verlor bei dem Abschuss seine Nichte.

Die Passagiermaschine mit Flugnummer MH17 ist mit einer russischen Luftabwehrrakete abgeschossen worden. Quelle: dpa Grafik

298 Menschen sterben bei Abschuss

Bei dem Abschuss der Maschine der Malaysia Airlines am 17. Juli 2014 waren alle 298 Menschen an Bord getötet worden. Die Angehörigen waren von der Staatsanwaltschaft bereits am Morgen über die ersten Ergebnisse informiert worden.

Bei der strafrechtlichen Untersuchung arbeiten Malaysia, die Ukraine, Belgien und die Niederlande mit. Die niederländische Staatsanwaltschaft leitet die Ermittlungen, da aus diesem Land die meisten Opfer stammten.

Bereits die technische Untersuchung im Oktober 2015 hatte ergeben, dass die Maschine von einer Buk-Flugabwehrrakete russischer Herstellung abgeschossen worden war.

Von RND/dpa

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