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Nachrichten Politik Luftangriff auf Trauerfeier
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08:25 09.10.2016
Suche nach Opfern: Mit bloßen Händen durchkämmen die Menschen die Trümmer der Trauerhalle. Quelle: imago
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Sanaa

Nach dem Luftangriff auf eine Trauerfeier im Jemen mit mindestens 140 Toten hat sich die US-Regierung ungewöhnlich scharf von ihrem Verbündeten Saudi-Arabien distanziert. Eine Stellungnahme des Nationalen Sicherheitsrats (NSC) legt nahe, dass Washington die Schuld für die Tragödie wohl bei der saudi-arabisch geführten Militärallianz sieht. Nur sie fliegt im Jemen Angriffe. Die Sicherheitszusammenarbeit mit dem sunnitischen Königreich sei „kein Blanko-Scheck“ und die Berichterstattung über den Vorfall „zutiefst verstörend“, erklärte NSC-Sprecher Ned Price.

Der Luftangriff auf eine Trauerhalle in Jemens Hauptstadt Sanaa ist einer der schwersten seit Beginn des Bürgerkriegs. Neuen UN-Angaben zufolge wurden dabei am Sonnabend laut Vertretern der Gesundheitsbehörden mehr als 140 Menschen getötet und mindestens 525 verletzt.

USA machen Saudi-Arabien verantwortlich

Der Nachrichtenagentur Saba zufolge ist das von Saudi-Arabien geführte sunnitische Bündnis für die Luftangriffe verantwortlich. Die Agentur wie auch das Gesundheitsministerium unterstehen den schiitischen Huthi-Rebellen, die gegen die international anerkannte Regierung des Landes kämpfen.

Der Bombenangriff auf die Trauerhalle hat das Gebäude nahezu komplett zerstört. Quelle: imago

Auch wenn die US-Regierung Saudi-Arabien bei der Verteidigung des eigenen Staatsgebiets unterstütze, „müssen und werden wir weiterhin unsere ernsten Bedenken zum Ausdruck bringen über den Konflikt im Jemen und darüber, mit welchen Mitteln er geführt wird“, erklärte Price. „Wir haben eine sofortige Überprüfung unserer bereits deutlich reduzierten Hilfe für das saudi-arabisch geführte Bündnis eingeleitet – und wir sind bereit, unsere Unterstützung anzupassen, um den Prinzipien, Werten und Interessen der USA besser gerecht zu werden.“

Saudia-Arabien: „Bedauerliche Bombardierung“

Das Militärbündnis teilte laut der saudi-arabischen Agentur SPA mit, es kenne die Berichte über die „bedauerliche und schmerzliche Bombardierung“ der Trauerhalle und werde den Fall zusammen mit US-Experten sofort untersuchen. Die Streitkräfte des Bündnisses hätten klare Anweisungen, keine belebten Gebiete anzugreifen und zivile Opfer zu vermeiden. Ein Schuldeingeständnis ließ sich aus der verbreiteten Stellungnahme nicht herauslesen.

Jemens Hauptstadt Sanaa ist seit September 2014 unter der Kontrolle der Huthis, die gegen Truppen der Regierung von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi kämpfen. Die Angriffe des saudi-arabischen Bündnisses hatten im März 2015 begonnen und trafen neben Huthi-Stellungen immer wieder auch humanitäre Einrichtungen, Märkte oder Hochzeitsgesellschaften. Viele Unbeteiligte wurden dabei getötet.

Von RND/dpa

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