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Politik Lösung auf zwei Rädern
Nachrichten Politik Lösung auf zwei Rädern
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06:18 27.02.2018
In Städten, wie hier in Frankfurt/Main, könnten Fahrräder den Verkehr erheblich entlasten. Quelle: dpa
Berlin


Egal, wie das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes ausfällt – es offenbart ein groteskes Politikversagen. Verpestete Luft und starre Zwangsmaßnahmen, wie Fahrverbote, hätten vermieden werden können, wenn die deutsche Politik früh die Alternativen zum Auto gefördert hätte. Während Dänemark und die Niederlande ab den 1980er-Jahren auf den Ausbau des Radverkehrs gesetzt haben, huldigt man in Deutschland noch heute dem Auto als Verkehrsmittel für alle Lebenslagen. Mit fatalen Folgen: Weil es so bequem und günstig ist, nutzen die Deutschen das Auto nicht in erster Linie für die unvermeidlichen Fahrten über größere Distanzen und mit viel Gepäck, sondern in geradezu absurdem Ausmaß für Trips um die nächste Ecke. Die Hälfte aller Autofahrten ist weniger als fünf Kilometer lang, ein Viertel sogar unter zwei Kilometer! Wir fahren morgens für sechs Brötchen mit dem Auto zum Bäcker – und abends zum Spinning ins Fitness-Studio – ein Wahnsinn!

Die Menschen steigen vermehrt um auf das Fahrrad und den öffentlichen Nahverkehr, wenn man ihnen dafür einladende Verhältnisse bietet. Attraktive Angebote für die Mobilität ohne Auto sind der Halm, nach dem Politik und Verwaltung jetzt endlich greifen müssen! Wir brauchen in allen Städten und Gemeinden durchgängige, top ausgestattete Radverkehrsnetze, Radschnellwege für den Überlandverkehr, großzügige Fahrradparkhäuser an ÖPNV-Schnittstellen und öffentlichen Einrichtungen, Bürgermeisterinnen auf dem Rad und vieles mehr. Und, ja: Für die Alternativen zum Auto wird der Autoverkehr Platz abgeben müssen.

Burkhard Stork ist Bundesgeschäftsführer des ADFC.

Von Burkhard Stork

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