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Politik Lasst die Kühe tanzen
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11:00 19.01.2018
Weidehaltung nutzt Tieren und Menschen, meint unser Autor – und fordert finanzielle Anreize für Landwirte, die Kühe ins Freie schicken. Quelle: dpa
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Stolpe


Zur Grünen Woche nach Berlin fahre ich mit dem Trecker, gleich um sieben in der Früh geht es los. Zehn bis zwölf Stunden brauche ich von hier, von meinem Hof in Stolpe, bis in die Hauptstadt, um dort bei der „Wir haben es satt“-Demo für eine Agrarreform dabei zu sein. Ich habe nichts gegen die Grüne Woche an sich. Sie ist ein Aushängeschild der Landwirtschaft, aber eben auch ein Anlass, um Fehlentwicklungen anzuprangern.

Für mich als Milchbauer ist es unheimlich wichtig, dass Tiere auf die Weide können. Ich habe 50 Milchkühe, dazu noch mal 50 Jungtiere. Ich freue mich jetzt schon auf den Moment, wenn ich sie Ende März zum ersten Mal wieder hinauslassen kann, auf die Weide. Dann springen die, sie tanzen, die Euter schlackern, das ist wirklich ein großes Glück. Von Anfang Mai bis Mitte Oktober sind meine Tiere dann Tag und Nacht draußen. Es gibt viele gute Gründe für Weidehaltung, nicht nur das Tierwohl. Grünland ist artenreicher als Ackerland, es wirkt als CO2-Puffer. Weidehaltung ist aber nur bis zu einer bestimmten Größe möglich, bei mehr als 150 Tieren geht es nicht mehr. Die EU-Agrarpolitik setzt hier völlig falsche Anreize. Je größer der Hof, desto mehr Subventionen: So kann es nicht bleiben. Ab einer bestimmten Größe sind die Tiere reine Produktionsfaktoren, keine Mitgeschöpfe mehr. Wir müssen umsteuern: Es muss Geld dafür geben, dass Tiere auf die Weide dürfen. Das kommt nicht nur den Tieren zugute, sondern am Ende auch den Menschen.

Matthias Stührwoldt ist Bauer und Autor im Kreis Plön (Schleswig -­ Holstein). Er ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und der Grünen.

Von Matthias Stührwoldt

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